Erfahrungen mit unserem Bauhof bzw. mit der Entsorgung von Müll

Gastbeitrag von Marco van Nuland

Eure Erfahrungen mit dem Bauhof ! ! !
Hallo zusammen! Da ich in den letzten Monaten mehrfach schlechte Erfahrungen mit unserem Bauhof bzw. mit der Entsorgung von Müll hatte, interessiert mich jetzt einmal, ob es nur mir so geht, ich da einfach zu komisch und penibel bin oder ob andere Mitbürger vielleicht ähnliche Erfahrungen haben/hatte.

Letzte Woche z.B. habe ich für die Entsorgung eines kleinen Schwimmbeckens 10€ bezahlt, was ich ohne Probleme in eine kleine 35 Liter Abfalltonne bekommen hätte und noch Luft darin hätte bzw. auch im gelben Sack hätte entsorgen können. Zur Info 100 Liter Baumisch kosten 12€. Auch habe ich in der Vergangenheit aus Spass mit einem Kumpel 2 Hänger unabhängig voneinander mit fast identischem Baumischabfall zum Entsorgen gefahren. Hier war die Preisdifferenz über 30€. Wie kann das sein?

Heute wollte ich ein kaputtes Stoffhundekörbchen entsorgen, was vielleicht 3/4 einer 35 Liter Abfalltonne ausmachte und sollte hierfür 4€ zahlen. Was für mich durchaus auch Ok war. Allerdings verlangte ich hierfür eine RICHTIGE Quittung!
Aber, was wollte man mir da geben?
Eine Quittung wo draufsteht „Baumisch“ und 4€.

Als ich darauf bestand, dass ich eine richtige Quittung mit genauer Mengenangaben, sowie die genaue Nennung des zu entsorgenden Teils und den Namen des Mitarbeiters drauf haben wollte. Lehnte man dieses ab und ich musste mir sogar sagen lassen: „Wenn Ihnen die Quittung nicht passt, dann müssen Sie Ihren Müll eben wieder mitnehmen.“ Wir sind nicht dazu verpflichtet Ihren Müll überhaupt entgegenzunehmen“.

Darauf habe ich sofort die Verantwortliche der Stadt angerufen und nach endlos langen Diskussionen von der netten Dame der Stadt mit den 3 Mitarbeitern des Bauhofes am Telefon, war man endlich bereit mit den Worten „Dann schauen wir mal wie viel das jetzt wirklich ist und was billigere gewesen wäre“ mein altes Hundekörbchen anhand eines leeren 35 Liter Abfallbehälters genau zu bemessen. Es waren wie oben beschrieben vielleicht 3/4 der Tonne (siehe Bild). Berechnet wurden dann 3,50€ statt 4€ und ich bekam dann auch eine richtige Quittung.

Es kann doch wirklich nicht sein, das die Preise für die Entsorgung einfach über den Daumen gepeilt werden. Zumal man z.B. in Dreieich als Dreieicher jeglichen Müll (außer Sondermüll) kostenfrei entsorgen kann. Und da gibt es nicht mehr Kommunen hier in der näheren Umgebung.

Die größte Frechheit finde ich das wir überhaupt für die Entsorgung von normalem Müll beim Bauhof zahlen müssen, denn wir müssen Zeit und Benzin aufbringen und das Zeug noch dahin karren. Und der ganze Baumisch und der andere Mull wie Holz und Papier wird dann eh verbrannt, zur Gewinnung von Fernwärme verwendet und uns dann wieder verkauft. Sowie das Alteisen, das wird auch weiter verkauft. Eigentlich müssten wir für Alteisen noch Geld vom Bauhof bekommen. Das ist doch ein echter Hohn.

Zumal die Stadt eigentlich froh sein müsste, wenn wir statt Sperrmüll zu beantragen die Sachen selber zum Bauhof fahren.

In Rödermark wird alles teurer, zuletzt die Grundsteuer und nun auch die allgemeine Abfallentsorgung. Aber einen Mehrwert bekommen die Bürger nicht.

Ich will zwar niemandem was unterstellen, was mir aber am Bauhof nun auch schon mehrfach aufgefallen ist, wenn Leute nur kleine Beträge, gerade mit Münzgeld bezahlen und keine Quittung verlangen. Dann wandert das Geld komischerweise ganz zufällig in der Hosentasche des Mitarbeiters und nicht wie beim Übergeben einer Quittung in den „Firmengeldbeutel“. Obwohl der Mitarbeiter diesen direkt in der Hand hält. Na,ja! Vielleicht ist das Kleingeld ja im Portmonee zu schwer und oder zu unhandlich und wandert erst Abends in die Kasse. Aber komisch ist das schon.

Dies ist nur eine bzw. die aktuellste Erfahrungen mit dem Bauhof von meiner Seite. Da gibt es noch einige mehr. Zum Beispiel, dass ich vor paar Monaten Baumisch entsorgen wollte und man 120€ von mir dort kassieren wollte. Dank meiner Freundin konnten wir es dann in Dreieich UMSONST entsorgen. Das verstehe mal einer…..

Geht es wirklich denn wirklich nur mir so oder haben andere Mitbürger da vielleicht ähnliche Erfahrungen?

Gastbeitrag von Marco van Nuland
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Gastbeiträge. Vom Umgang mit Corona in Deutschland – 2 Praxisbeispiele

GASTBEITRÄGE

Beispiel 1
Alle Welt meint, Deutschland hätte die Corona-Krise ganz gut gemeistert. Unsere Zahlen sind gut – wenn auch nur im Vergleich mit Ländern mit noch schlechteren Zahlen. Wir haben keinen Präsidenten, der die Gefahren leugnet oder zur oralen Einnahme von Desinfektionsmitteln auffordert, unsere Führungen arbeiten mit den Wissenschaftlern zusammen und haben die Sache im Griff.

Ist das wirklich so?
Ein Gedankenspiel: Stellen sie sich vor, sie haben ein noch nicht volljähriges Kind, dass in den letzten Jahren immer an der französischen Küste surfen war und sich auch schon für 2020 zu einem 2-wöchigen Surfcamp angemeldet hat. Lange Zeit Unklarheit, ob das im Corona-Sommer noch möglich ist, die Zahlen wurden besser, ach komm, wird schon, ab geht’s im Reisebus mit 50 anderen Surffans 16 Stunden nach Frankreich. Am Wochenende mit der gleichen Truppe wieder 16 Stunden auf engsten Raum meist mit Maske unterwegs, die Corona-Zahlen sind mittlerweile schlechter und in einer Woche geht die Schule wieder los mit vollbesetzten Schulbussen und Klassenzimmern. Besser mal Abstand halten und erst mal einen Corona-Test machen. Sollte ja nicht so schwierig sein.

Hausarzt angerufen (erste Hürde: erreichen sie einen Hausarzt mal telefonisch…), patzige Antwort erhalten: machen wir nicht. Gibt’s da nicht eine bundesweite Hotline 116 117? Ja, die gibt es, aber die kann schon mal über Stunden nicht erreichbar sein – oder auch gar nicht. Okay, Nummer des Kreisgesundheitsamts raussuchen, anrufen. „Für die Tests sind wir nicht zuständig und können hier auch nicht weiterhelfen. Fragen sie da doch ihren Hausarzt. Sollte der Test positiv sein, müssen Sie sich aber unbedingt bei uns melden, damit wir die Quarantäne anordnen können.“ Bürokratie in Deutschland, war ja nicht anders zu erwarten. Aber gibt es nicht Testzentren an den Flughäfen? Flughafen Frankfurt angerufen, Sachlage Reiserückkehr erklärt: „Wir testen nur Rückkehrer aus Risikogebieten. Frankreich ist laut Auswärtigem Amt kein Risikogebiet.“ Häh? Frankreich hatte in der letzten Woche im Schnitt über 2000 Neuinfektionen und damit deutlich mehr als z.B. die sogenannten Risikogebiete Marokko, Algerien und Ägypten zusammen oder auch deutlich mehr als die Türkei!

Eine weitere Rödermärker Arztpraxis angerufen: ja, wir führen Tests durch, aber nur für unsere Patienten. Ihr Sohn ist nicht unser Patient. Immerhin den Hinweis erhalten, bei der Gemeinschaftspraxis zu probieren. Diese möchte ich hier namentlich erwähnen, weil man hier tatsächlich schnell jemanden ans Telefon bekommen hat und dort in der Tat jeder einen Corona-Test machen kann. Termin leider erst in 2 Tagen, also 2 Tage freiwillige Quarantäne für den jugendlichen Reiserückkehrer.

Sie glauben, so etwas könnte in Deutschland nicht vorkommen? Wir haben doch alles im Griff! Seien Sie sich da nicht so sicher! Es stellt sich bei dem Gedankenspiel die Frage, ob jetzt jeder Reiserückkehrer, der seine Umgebung schützen will, die Zeit und Geduld des Probanden (fiktiv oder echt – wer weiß…) aufbringt, um sich testen zu lassen, oder ob nicht doch die Mehrheit es nach ein paar Stunden entnervt aufgibt und sich nicht testen lässt. Wenn wir das Virus wirklich besiegen wollen, muss hier einiges deutlich besser werden.


Beispiel 2
Die Corona-Pandemie hat die Industrieländer inklusive Deutschland kalt erwischt. War ja auch überhaupt nicht abzusehen, dass irgendwann einmal ein Virus sich weltweit verbreitet. Wozu braucht man Vorräte, wenn man das im Fall der Fälle benötigte Material jederzeit in China ordern kann. Alibaba Express liefert innerhalb von 14 Tagen. Wenn uns die Pandemie eins gezeigt hat, dann dies, dass globale Handelsketten in einer Krise rasend schnell zusammenbrechen können, dass sich Produzent und Herstellerland immer am nächsten stehen, dass es daher auf jeden Fall sinnvoll ist, wenn die Produktion systemrelevanter Produkte auch im eigenen Land oder in unserem Fall zumindest in der EU stattfindet. Fakt ist, die Chinesen haben ihre Produktion für sich selbst gebraucht bzw. konnten aufgrund des Lockdowns gar nicht produzieren und wir haben plötzlich viel zu wenig Masken, OP-Kleidung, Beatmungsgeräte, Medikamente. Die Politik und die Globalisierung haben versagt.

Bleiben wir beim Beispiel Masken. Was macht ein Land wie Deutschland, wenn China nicht mehr liefern kann? Wir machen unsere Masken selbst! Plötzlich sitzen Hunderttausende an ihren Nähmaschinen und fangen an aus Stoffresten Masken zu nähen. Unsere verbliebene Textilindustrie reagiert blitzschnell und stellt die Produktion um. Jede freie Kapazität wird genutzt, über 1.000 Unternehmen machen mit. Neue Kapazitäten werden aufgebaut. Die beiden Weltmarktführer für Vliesstoffmaschinen für Maskenvliesstoffe kommen aus Deutschland, beide haben ihre Produktion maximiert und ihre Lieferzeiten drastisch auf 3 Monate reduziert. Pilotanlagen in Instituten und Firmentechnikums werden auf Produktion gestellt. Deutsche Unternehmen investieren Millionen (die anderen Europäer übrigens auch), um dauerhaft die europäischen Märkte mit qualitativ hochwertigen Produkten beliefern zu können. Die deutsche/europäische Textilindustrie hat es innerhalb von nur 4 Monaten hinbekommen, eine eigene Produktion aufzubauen und sich nahezu unabhängig von Importen zu machen. Super Leistung!

Und damit kommen wir auch schon zum Problem: Ja, die Produktion qualitativ hochwertiger Masken und Schutzkleidung ist in Europa etwas teurer als in China. Der Unterschied ist nicht riesig, weil es sich um hochautomatisierte Produktionen handelt, aber doch spürbar bei großen Stückzahlen. Auch in China wurde kräftig investiert und China kann wieder den Weltmarkt beliefern. Und was machen unsere Behörden, unsere Gesundheitsämter, unsere Ministerien? Die Leute, die nach heimischer Produktion geschrien haben? Sie werden es nicht glauben, aber sie gehen sparsam mit unseren Steuergeldern um: sie ordern tonnenweise Waren aus China! Aufgrund der europäischen Vergaberichtlinien und dem Sparzwang seien sie gezwungen … bla, bla, blubb!

Der Mensch mag lernfähig sein und aus Fehlern lernen können, die deutsche Bürokratie ist es nicht! So sehr ich den aktuellen amerikanischen Präsidenten auch verachte – so etwas würde es in den USA nie geben!