Weiteres zur Verschleierung von Informationen Bildschimauflösung & Co

Warum es wichtig wäre, die zu einem Zeitpunkt X eingesetzte Software (Script) für die Erstellung zu sichten.
 
Man hat es schon schwer als Webseitengestalter die Seite so zu gestalten, um es allen recht zu machen. Wo soll ich armer Webseitengestalter den Preishinweis platzieren, damit dieser auch von jedem gesehen wird?
 
Wie wir in den vorigen Berichten festgestellt haben, kann jeder mit einer unterschiedlichen Bildschirmauflösung bzw. mit einem unterschiedlichen Zoom-Faktor im Browser arbeiten. Damit ist es ?verdammt? schwer, eine vorsätzliche Verschleierung nachzuweisen.
 
Wo soll ich dann dem Internetnutzer unmissverständlich mitteilen: „Es handelt sich um einen kostenpflichtigen Dienst, wenn Sie sich anmelden
Schon ?sehr schwer? für die armen Webseitengestalter. Aber nach sehr viel Mühen (evtl. auch etwas Druck) ist GENAU DAS in neueren Versionen der Webauftritte gelungen. Meiner Meinung zwar auch NICHT so wie es sein soll, aber man hat damit gezeigt

ES GEHT AUCH ANDERS.

Möglicher Dialog
Die Verteidigung: „Sie haben das Häkchen zu den AGBs angeklickt. Warum?“
Zeuge: „Weil es sonst nicht weitergeht“
Die Verteidigung: „Haben Sie die AGBs gelesen?“
Zeuge: „Nein“
Die Verteidigung: „Dann haben Sie ja gelogen“
 
Schön wäre es, wenn man folgenden Dialog hören könnte.
Die Verteidigung: „Sie haben das Häkchen zu der Zahlungspflicht angeklickt. Warum?“
Zeuge: „Weil es sonst nicht weitergeht“
Die Verteidigung: „Haben Sie den Hinweis zur Zahlungspflicht gesehen und gelesen?“
Zeuge: „Ja“
Die Verteidigung: „Dann sind Sie selber schuld. Deutlicher geht es nun nicht mehr“
 
Meine Frage an Webseitengestalter der sogenannten Abofallen. Warum wurde nicht eine solche Abfrage wie für die AGBs mit eingebaut?
In einem Prozess in Frankfurt sagte Herr Burat (Aus dem Gedächtnis):

Ich habe keinen betrogen und das lag auch nicht in meiner Absicht.

Für einen Geschäftsführer, Buchhalter, Richter, Staatsanwalt und auch Verteidiger ist es sicherlich recht schwer zu erkennen, welche Möglichkeiten es bei der Webseitengestaltung gibt um den Internetbenutzer z.B. Kostenpflicht NICHT in der gebotenen Deutlichkeit darzustellen.
Solange es nur um die Bildschirmauflösung und den Zoom-Faktor geht, ist eine Erklärung der Methodik relativ einfach.
 
Selbst wenn auf der Webseite die Zahlungspflicht angehakt werden muss, gibt es weitere Fallstricke.
 
Es gibt Rechtsanwälte, die wie folgt argumentieren:

„…..dass es technisch unmöglich ist, ohne vorheriges Akzeptieren der AGB/Datenschutzerklärung/ Widerrufsbelehrung sowie Klick auf die Schaltflächen die eingegeben Daten zu übermitteln
Siehe: Hier irrt Rechtsanwalt Olaf Tank

Natürlich stimmt diese Aussage so nicht.
Eine Schaltfläche muss NICHT unbedingt angeklickt werden, damit die Daten übermittelt werden.
Google zeigt das täglich bei der Eingabe von Suchbegriffen.
Hierzu auch von mir ein kleines Beispiel.
 
Natürlich muss NICHT unbedingt ein Haken gesetzt werden um irgendwelche Bedingungen zu akzeptieren um damit eine Registrierung abzuschließen. Wer etwas anders sagt/behauptet ist einfach nur schlecht informiert.
 
Der gesetzte Haken sagt dem Programmierer der Webseite (Script) NUR » an der Position AGBs gelesen[.] wurde ein Haken gesetzt «. Was der Programmierer jetzt für Aktionen aufruft, ist seine Sache. Er könnte hingehen und die Registrierung ablehnen. Er könnte aber auch die Angabe ignorieren und die Registrierung für erfolgreich abgeschlossen betrachten. Auf einem Screenshot kann man das NIEMALS erkennen. Man könnte das NUR erkennen, wenn der Server des Webseitenanbieters die gleichen Versionen des Programms (Script) nochmal auf seinem Server zur Verfügung stellt. Das wäre dann ein Beweis.
 
Der programmierende Leser könnte jetzt Einwände machen. Aber AJAX will ich hier nicht weiter breittreten. Das kleine Beispiel oben sollte genügen.
 
Zum Verständnis
Der Internetbenutzer (Client) fordert eine Webseite an. z.B. Http://www.DieWebseite.com
 
Der Server stellt jetzt die Webseite bereit. Das kann eine statische Webseite sein (eine die immer gleich aussieht) oder eine dynamische Webseite (die sieht immer anders aus. Evtl. werden Sie mit Ihrem Namen begrüßt)
 
Jetzt ist die Verbindung getrennt. Eine Antwort vom Client an den Webserver ist ohne weitere Vorkehrungen NICHT möglich.
 
Damit ein Webserver eine Antwort eines Clients zuordnen kann, wird mit sogenannten IDs gearbeitet. Eine Kennung wird an den Webaufruf angehangen. Z.B. http/www.Webseitenname.com/?ID=12345. Damit kann der Webserver erkennen mit wem er da zusammenarbeitet. Die ID kann aber auch auf andere Weise übermittelt werden und ist dann nicht sichtbar.
 
Genau in diesem NICHT sichtbaren Bereich werden jetzt auch Ergebnisse der Webseite an den Webserver übertragen.
Name, Adresse, Geburtsdatum….. und auch die Antwort (Haken gesetzt oder nicht) bei den gestellten Fragen.
 
Was der Webserver jetzt aus diesen Angaben macht, ist ausschl. seine Sache.
Ob er die Angaben ordnungsgemäß. verarbeitet oder ignoriert. Wer weiß das schon?
 
Siehe
Zum Prozess vor dem LG Etwas zur Bildschirmauflösung und scrollen
 
Mein Fazit und meine ganz persönliche Meinung
Was will ich mit diesem Artikel sagen. Screenshots können nur zeigen wie eine Webseite evtl. ausgesehen haben könnte.
Screenshots können den Zeugen helfen sich zu erinnern.
 
Auch bei gleicher Bildschirmauflösung sind unterschiedliche Darstellungen möglich.
 
Viel wichtiger ist, was macht der Anbieter der Webdienste aus meinen Angaben? Um das zu beweisen, MÜSSEN DIE SCIPTE DER Jahre 2006-2008 vorgelegt werden. Wenn das nicht mehr möglich ist (gewollt oder ungewollt) SOLLTE man den Zeugen Glauben schenken die Preisangabe NICHT gesehen zu haben. Alles andere wäre Spekulation.
 
Hinweis zu PHP Scripten
Ein .php Script muss NICHT unbedingt mit www.webseite.de/name.php aufgerufen zu werden. Es geht auch, wenn die Vorkehrungen getroffen wurden, mit www.webseite.de/name.xxx. Also ohne .php.
 
Weitere Möglichkeiten der Preisverschleierung
 

3 Replies to “Weiteres zur Verschleierung von Informationen Bildschimauflösung & Co”

  1. Die Beispiel-links funktionieren nicht.

    Im Übrigen ist dier Versuch der technischen Beweisführung relativ egal, denn Burat würde im Zweifel alles abstreiten und nur die Beweisführung, dass es trotzdem technisch möglich wäre, würde nicht ausreichen, den Betrug zu belegen. Hier geht es um etwas ganz anderes. Nämlich die Widerlegung von Burats These: „ich habe keinen betrügen wollen“. Wenn Du so willst, ist das eine juristische Spitzfindigkeit, aber genau daran wird sich entscheiden, ob Burat strafrechtlich belangt werden kann, oder nicht.

    Admin
    >> Die Beispiel-links funktionieren nicht.
    Jetzt klappt es.Vielen Dank für den Hinweis.

  2. Ich denke auch, dass der Sachverhalt mit der Begründung des 1. Strafsenats am OLG Frankfurt hinreichend erörtert wurde und es jetzt tatsächlich darauf ankommt, die Betrugsabsicht nachzuweisen. Weshalb hat Herr Burat wohl in der Vergangenheit die Flucht nach vorn angetreten und überall versucht, den seriösen Geschäftsmann, der sich keiner Schuld bewusst ist, zu mimen.

    Admin
    @Fred vom Jupiter
    @rupode
    Bin ja mal gespannt in welche Richtung es weitergeht.
    Das Herr Burat den Unschuldigen spielt ist doch völlig normal. Das er sagt » ich wollte keinen betrügen «
    war eine Aussage von ihm zur Sache. Was soll er dann sagen. Soll er sagen » Ich bin ein Abzocker? « Wer geht schon gerne in den Knast?

    Aber das mit der Technik würde ich nicht so einfach hinten anstellen.
    Nur durch das Ausnutzen der techn. Möglichkeiten ist der Versuche die Kostenpflicht zu verbergen ermöglicht worden.
    Und das ist Absicht.

    Wir könnten uns hier die Finger wund schreiben. Alles Spekulationen. Ich bin auf den Mittwoch gespannt.