Immer öfter lassen sich Stadtverordnete zur Sitzung entschuldigen.

Bevor ich da hingehe bleibe ich lieber im Bett
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OP-Online berichtet: Sind Politiker politikmüde?
Ist mir auch schon aufgefallen. Das nachlassende Interesse einiger Stadtverordnete an den Sitzungen.

Wenn schon Stadtverordnete nicht das nötige Interesse an ihren Sitzungen zeigen, kann man das nicht von den Bürgern erwarten. In der sinkende Wahlbeteiligung wird das Bürgerinteresse deutlich sichtbar.

Man könnte bei der Stavo auf einen Teil der Tischdekoration auf dem Podium verzichten und die Anzahl der Stadtverordneten auf unter 20 drücken. Das wäre ehrlich und kostensparend. Die meisten Stadtverordneten zucken nur dann einmal kurz, wenn die Hand zur Abstimmung gehoben werden muss.

Man könnte aber das Sitzungsgeld verdreifachen. Evtl. kommen dann wieder alle.

Stadtverordnetenversammlungen in 2019
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12 Replies to “Immer öfter lassen sich Stadtverordnete zur Sitzung entschuldigen.”

  1. Herr Donners, Sie suggerieren, dass (manche) Stadtverordnete faul oder unmotiviert seien (siehe Bilduntertitel).

    Als selten fehlendes Mitglied der Versammlung möchte ich allerdings darauf hinweisen, dass es Stadtverordnete gibt, die, bevor sie zur Versammlung kommen, bereits einen Arbeitstag (ggf sogar 12-14 Stunden-Tag) hinter sich haben.

    Ich denke die Bereitschaft, sich in einem solchen Gremium (und in zahlreichen Sitzungen um die Versammlung herum) über Jahre hinweg zu engagieren (und zu versuchen, etwas Gutes für die Stadt zu tun (auch wenn das hier sehr oft so gar nicht wahrgenommen wird und man, wenn man diesen Blog liest, eher das Gefühl bekommt, ohnehin alles falsch zu machen)) ist etwas, das Respekt verdienen sollte.

    Wenn der eine oder andere dann einmal fehlt, ist das eben so. Würde man nur danach gehen, dass Leute gewählt werden, die „immer können“, würden bestimmte Gruppen aussortiert. Wichtig ist nicht, wie oft jemand zuckt. Wichtig ist dass das Beratungsergebnis transportiert wird.

  2. Ihr Engagement in Ehren, auch in Anbetracht der vielen Stunden, die Sie opfern, um der Stadt etwas Gutes zu tun, aber:

    – Es scheint ja nicht nur der eine oder andere mal zu fehlen, sondern es scheint sich ein allgemeiner Trend zu zeigen, dass so etwas wie die Politikverdrossenheit der Bürger nun auch in der Politik selbst anzukommen scheint. Gibt es Parallelen, also dass das Gefühl der Bürger keinen Einfluß auf die Politik zu haben, sich ironischerweise auch bei Politikern zeigt, die das Gefühl haben, keinen Einfluß zu haben, sondern einfach von oben gesagt bekommen, was sie zu tun haben?

    – Wenn jemand so viele Stunden am Tag arbeitet, wirkt sich das nicht auch auf die Sitzungen und Sitzungsergebnisse aus? In diesem Blog wird schon seit Jahren von verschiedenen Personen Unzufriedenheit mit den Leistungen der Stadt ausgedrückt, könnte ein Zusammenhang zwischen eventueller Überarbeitung der Stadtverordneten und der Unzufriedenheit auf Seiten von Bürgern/Einwohnern bestehen?

    – Was nützt es, wenn jemand etwas Gutes für die Stadt tun will, aber dann Absicht und Ergebnis nicht übereinstimmen? Ich kann mir vorstellen, dass in der heutigen Zeit eine große Schwiergkeit ist, gleichzeitig eine zufriedenstellende Wirtschaftspolitik und eine sinnvolle Klimapolitik zu fahren, weil die Ansichten über die richtigen Lösungen beider Bereiche in gegensätzliche, widersprüchliche Richtungen laufen. Die Klimadebatte wird von manchem Beobachter als Scheindebatte bezeichnet. Schließt sich an der Stelle der Kreis zur oben erwähnten Politikverdrossenheit der Bürger und Politiker, die das Gefühl haben, dass ihnen von oben ein recht enger Rahmen gesteckt wird, in dem sie ihre eigene Stadt gestalten können, was lokale Politiker eher als Verwalter der Wünsche von oben und weniger als Gestalter der Wünsche der Leute im Ort erscheinen lassen könnte. Ein Beispiel, dass mir einfällt, sind die staatlich finanzierten Programme für die Nachhaltigkeitserziehung, für die Stadtbegrünung und für den Stadtumbau, die alle in die gleiche Richtung zielen. Die von manchen Beobachtern erkannte laufende Dekarbonisierung und Deindustrialisierung ist da eigentlich nur die andere Seite derselben Medaille. Was den anderen Kreis schließt, nämlich den der Schwierigkeit, die gegenläufige, widersprüchliche Wirtschaftspolitik mit der Klimapolitik unter einen Hut zu bringen.

  3. Da ich die Zugehörigkeit von @Stadtverordeter nicht kenne, wird eine Stellungnahme nicht unmöglich aber erschwert.

    Einer, der einen 12-14 Stunden Arbeitstag hat, und sich dann auch noch zusätzlich zum Stadtverordneten wählen lässt, muss sich über die Verpflichtungen im Klaren sein. So ganz nebenbei. Ich war während meiner Berufszeit sehr viel in der BRD unterwegs. Zusätzlich war ich im Vorstand eines Vereins (ohne Sitzungsgeld). Sitzungen mehr als eine im Monat. Gute Planung ist eben alles und meist machbar. Krankheit ist natürlich ein Grund, dass einer seiner Verpflichtung nicht nachkommt.

    Macht alles falsch.
    Dass in diesem Blog viel über – alles falsch zu machen – berichtet wird, liegt wohl daran, dass es aus meiner Sicht aus stimmt. Glauben Sie mir, ich wäre froh, wenn es einen Blog geben würde, der sehr viel Positives über – die Macht – schreiben würde. Das erweitert den Horizont.
    Ich denke, dass sich jetzt einiges ändern wird. Der –poltische Rödermarkplan-, der uns jahrelang fast zur Handlungsunfähig (z.B. Gewerbe) verurteilt hat, wird nach der Stadtratswahl zur Zufriedenheit aller Liebhaber dieses Plans umgesetzt worden sein.
    Die Zeit –die Koalition agierte nach den Worten eines starken Bürgermeisters– wird dann Vergangenheit sein. Die Zeit –ein starker Fraktionsvorsitzende wird die Weichen stellen– wird beginnen.

    Bevor man auf die die -kommende Regierung- in Rödermark rumhackt, sollte man dieser eine Schonfrist von 2190 Tagen gewähren. Sollte. Wird aber so nicht kommen.
    Übrigens, die Opposition macht aus Sicht der AL/Die Grünen mit junior Partner CDU doch auch alles falsch. Oder warum werden (gefühlt) viele Anträge der Opposition abgelehnt?.

    Bilduntertitel
    Zur Verdeutlichung. Mein Artikel bezog sich auf den OP-Artikel – Sind Politiker politikmüde? Darum auch der passende Bilduntertitel.

    Beratungsergebnis transportiert wird.
    Dazu sage ich mal gar nichts. Da würde ich mir so etwas die Griffel verbrennen.

    Es soll Leute in Rödermark geben, die das Bürgerinformationssystem nicht kennen. Hier können Sie sehen, welche Fraktionen wann einen Antrag gestellt haben. Sie können in den Protokollen auch erkennen, wer von den Stadtverordneten gefehlt hat.

  4. Da stimmt doch was nicht, wenn der Stadtverordnetenvorsteher in der Öffentlichkei die Fehlquote ansprechen muss.

  5. @Stadtverordneter schreibt da etwas von Respekt. Respektvoll ist es bestimmt nicht, wenn der Stadtverordnetenvorsteher Kollegen als Hinterbänkler bezeichnet.

  6. @anonym: Wo hat dee Stadtveordnetenvorsteher das denn gesagt? Wenn Sie auf den online Artikel der OP Bezug nehmen, ist das kein Zitat. diese Wortwahl wird dann eher von dem dortigen Autor stammen.

  7. Schon mal jemand Diskussionen im Bundestag geschaut? Wenn da 1/3 da sind, ist es schon viel.
    Die Stavo muss beschlussfähig sein, alles andere ist egal.
    Krank kann man mal sein, familiär oder beruflich kann mal was dazwischen kommen. So ist das halt wenn man dieses EHRENAMT ausführt. Ich sehe das nicht so wild.
    Klar ist aber auch, wer keine Lust hat in Sitzungen zu gehen, sollte sich besser nicht wählen lassen.

  8. …..Hauptsache beschlussfähig….. egal was abgestimmt wird …. wenn Chef die Hand hebt machen wir mit ….. wenn der nicht die Hand hebt lassen wir es auch bleiben.

  9. @Mittlerweile Nichtwähler (Der Name sagt schon alles):

    Selbst wählen lassen und selber machen! Ein Urdemokratisches Prinzip.

  10. Nur mal eine Frage am Rande? Wie oft ist der hauptberufliche Stadtverordnete da ? Bzw. wie oft fehlt dieser?

  11. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass einer der Beiden jemals gefehlt hat. Ausnahme war die etwas länger andauernde Krankheitszeit vom Ersten Stadtrat zur BM-Wahl 2017.

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