Aus dem Kreistag zur Kreisumlage

Beschlussvorlage
Nachtragshaushalt 2026 zur Entlastung der Städte und Gemeinden sowie zur Vermeidung einer weiteren Erhöhung der Kreisumlage

[..]ein Haushaltssicherungskonzept aufzustellen und dem Kreistag gemeinsam mit dem Nachtragshaushalt darzustellen, in welchem Umfang die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Stabilisierung der Kreisumlage in den Haushaltsjahren 2027 und 2028 beitragen und welche Auswirkungen sie auf die Umlagebelastung der kreisangehörigen Städte und Gemeinden haben. [..] Quelle: Kreistag

Dann hoffen wir mal, dass die das im Kreitsag auch hinbekommen.

Wir haben alles richtig gemacht. Eine frustrierende Sitzung.

„Wir haben alles richtig gemacht.“
So oder so ähnlich begann die Rede der Ersten Stadträtin Frau Schülner. Alles, was danach kam, habe ich als eine deutliche Kritik an der aus ihrer Sicht unzureichenden Arbeit der Opposition verstanden. Ich hatte den Eindruck, dass sie sich über die fehlende Unterstützung zur Verbesserung des Haushalts beschwerte. So jedenfalls kam es bei mir an.

Zunächst. Offenbar war das nicht nur mein Eindruck.
Eine Gegenrede der SPD begann mit den Worten: „Was war denn das?
Auch die Rede des Fraktionsmitglieds der FW ähnelte inhaltlich derjenigen der SPD.

Zitieren aus meinen Notizen
Da ich mir inzwischen nicht mehr sicher bin, ob ich die Ausführungen der Ersten Stadträtin tatsächlich so verstanden habe, wie sie gemeint waren, verzichte ich darauf, aus meinen Notizen zu zitieren.
Wenn sich die Oppositionsfraktionen durch die Rede angesprochen oder kritisiert gefühlt haben, sollten sie ihre Sicht der Dinge selbst darstellen.
Falls dazu nichts zu hören oder zu lesen sein wird, muss ich wohl davon ausgehen, dass meine Wahrnehmung zu den Aussagen der ersten Stadträtin nicht ganz zutreffend war.

Es wäre nicht nur für mich sehr hilfreich, wenn Frau Schülner ihre abgelesene Rede veröffentlichen würde.


Die Gute Fee
Zur Rede des Bürgermeisters und den Hinweis auf die gute Fee

Rede von Bürgermeister Rotter zur Situation.
Mein Eindruck und meine Schlussfolgerung. Für mich klang die Rede von Herrn Rotter wie eine Bankrotterklärung. Sie vermittelte den Eindruck von Hilflosigkeit statt von Führung. In einem Unternehmen hätte eine solche Ansprache mit den Worten enden können: „Ich habe dem Vorstand meinen sofortigen Rücktritt angeboten.“

Die Rede wirkte auf mich alarmierend und
stark auf mögliche Einschnitte fokussiert. Der BM hat für mich keinen erkennbaren Punkt erwähnt, bei dem man darauf hoffen kann, dass es mit Rödermark zukünftig aufwärtsgehen könnte. Ganz im Gegenteil. Es wurde von Herrn Breustedt (Finanzen) bestätigt, dass laut Sicherungskonzept die Grundsteuer in 2028 auf über 1.700% ansteigen muss. Ich denke, dass ein Haushaltssicherungskonzept eine seriöse Vorschau ist, und nicht nur einfach mal so dahingeschrieben. Darum wird es wahrscheinlich auch so kommen.
Scheinbar ist das Thema Straßenbeitrag auch noch nicht abgehakt.

Eines muss klar sein: Die Stadtverordneten beschließen,
die Verwaltung setzt um. Allerdings lässt sich daraus nicht schließen, dass es um jeden Preis auch geschehen muss. Ist ein Beschluss finanziell nicht tragbar oder rechtswidrig, kann der Bürgermeister einschreiten und ihn beanstanden.
Deshalb überzeugt mich auch das ständige Klagen nicht, man müsse die Beschlüsse der Stadtverordneten schließlich umsetzen. Wer so argumentiert, demonstriert aus meiner Sicht eher fehlende Führungsstärke als Verantwortungsbewusstsein.

Was soll ich von der Aussage halten, die lautete:
In der Vergangenheit gab es noch die gute Fee.
Die gute Fee hat in der Vergangenheit mehrfach geholfen, den Haushalt zu retten.
Was heißt „Vergangenheit“? Noch nie gab es so viel Geld von dieser „guten Fee“ wie im vergangenen halben Jahr: 889.157 Euro Soforthilfe. Ist das etwa nichts?
Zugegeben: Bei unserem missratenen Haushalt sind die knapp 900.000 nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Und was ist mit den 9.524.051 Euro,
die für Investitionen genutzt werden können? Richtig: Diese Mittel kann die Stadtkämmerin nicht einfach verwenden, um den maroden Haushalt auszugleichen und gleichzeitig noch Rücklagen von 3,0 Millionen Euro zu bilden. Zum Glück. So wird man sich den wirklich wichtigen Projekten widmen müssen, zum Beispiel die (grundhaften) Sanierung der Straßen. Immerhin müssten wir hier laut Gutachten in den kommenden Jahren ca.21 Mio investieren. Jetzt würde das gehen und ein Straßenbeitrag wäre wohl abgewendet.

Und was ist mit den 1,7 Milliarden Euro,
die das Land Hessen ab 2028 nach einem noch festzulegenden Schlüssel an die Kommunen verteilen wird? Wenn bei einem Fördervolumen von 3 Milliarden Euro auf Rödermark 9,5 Millionen Euro entfallen sind, könnten es ab 2028 nochmals rund 4,2 Millionen Euro werden.

Warum wird immer nur davon geredet, dass
man fehlende Unterstützung einklagen will? Bisher alles nur Worthülsen?

Wie geht der Bürgermeister mit der Möglichkeit um,
Geld für zusätzliche Einnahmen über ein noch zu schaffendes Gewerbegebiet zu erzielen? Was ist mit Germania Nord. Still ruht der See. Was ist mit „Altes Gaswerk“? Wann haben die letzten Verhandlungen mit den Hamburgern stattgefunden? Bei mir waren die letzten Gespräche mit denen vor ca. zwei Jahren. Es gibt doch bestimmt Möglichkeiten, die Grundstücke rund um den Paramountpark so zu definieren, dass eine Grundsteuer C abfällt. Oder zahlt man da noch Grundsteuer B? Was ist mit dem Gelände Perlite und dem Hainchesbuckel?

Was war mit dem Zuschuss der Musikschule geplant
Dem Antrag sollte zugestimmt werden, der den Magistrat dazu ermächtigt hätte, der Musikschule 120.000 € auszuzahlen. Als ein Stadtverordneter der FW nachfragte, ob das dem Magistrat vorliegende Konzept, aus dem hervorgeht, warum dieses Geld überhaupt benötigt wird, eingesehen werden könne, lautete die Antwort nicht spontan: „Das Konzept wird umgehend zugestellt.“ Stattdessen musste sich die Fraktion beinahe als Bittsteller fühlen, um an die entsprechenden Unterlagen zu gelangen. Bei mir entstand der Eindruck, dass die Vorlage nicht ausreichend erläutert wurde und man von einer schnellen Zustimmung ausging.

Apropos Straßen:
Welche Brückenbauwerke, für die Rödermark aufkommen muss, verursachen Kosten in insgesamt zweistelliger Millionenhöhe? Ich meine mich an 70 Mio erinnern zu können, die Bürgermeister Rotter genannt hat.

Siehe auch
» 2026 Zum zweiten Mal in 2025 hat die gute Fee für Überraschungen gesorgt
» 2017 Die gute Fee hat sich gezeigt. Die Röderfee hat jetzt ein Gesicht.
» 06.2026 Dietzenbacher Stadtverordnete gegen die Grundsteuererhöhung von BM Lang.

Dietzenbacher Stadtverordnete gegen die Grundsteuererhöhung von BM Lang.

Die Dietzenbacher Stadtverordneten stimmen geschlossen gegen die von Bürgermeister Dieter Lang (SPD) vorgesehene Erhöhung der Grundsteuer B. Quelle: OP-Online

Geplante Grundsteuererhöhung um 400 % wegen Einbruchs der Gewerbesteuereinnahmen um 5,5 Mio.

Laut Webseite am 12.12.2025 mit folgenden Eckdaten beschlossen:
» Überschuss: ordentlichen Ergebnis 2.389.470,00€
» Zahlungsmittelüberschuss 30.260€
» Die Grundsteuer von 950 % solle nachträglich wegen fehlender Gewerbesteuer auf 1350% angehoben werden
» Gewerbesteuer: 405%

Überschlagsrechnung Dietzenbach:
Im Gegensatz zu Rödermark dürfte Diezenbach durch die Erhöhung der Grundsteuer in etwa einen ausgeglichenen Haushalt haben.
Rödermark hat mit einer Erhöhung von 990 auf 1327% noch ein Defizit von mehr als 6,2 Mio.
In 2028 ist in Rödermark laut Haushaltssicherungskonzept eine weitere Grundsteuererhöhung um ca. 400% geplant (ein muss?)
Siehe: Es könnten dann nochmal ca. 400% sein.

Dietzenbach. Einbringung Haushaltsplan 2026

BIVER fällt auf: Anspruch und Wirklichkeit klaffen meilenweit auseinander

BIVER
Pressemeldung

Zu Beginn der 3. Woche des STADTRADELNS verbreitete der Magistrat nachfolgende Mail an alle angemeldeten Radler:
„Liebe STADTRADLER, die letzte Woche unseres Aktionszeitraum ist angebrochen. Die bisherige Zahlen sind absolut begeisternd [….] Nutzen Sie auch weiterhin so oft es eben geht das Fahrrad [….]. Genießen Sie die Vorzüge des Radelns [….]
Fast 25 Prozent der klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland entstanden 2024 im Verkehr. Im Jahr 2024 gaben laut Statistischem Bundesamt 37% der Berufspendler*innen an, für ihre Strecken unter 5 Kilometer normalerweise das Auto zu nutzen. Bei Strecken von 5 bis 10 Kilometern lag der Anteil deutlich höher sogar bei 65 %. In diesen Strecken liegt ein enormes Potential für das Fahrrad [….].
Also: [….] ab aufs Rad – ob zur Arbeit, zum Verein, zu Freunden oder zum Einkaufen. Alles ist möglich. Viel Spaß beim Endspurt!“

Von Spaß kann jedoch nach Ansicht von BIVER nicht die Rede sein, wenn man sich die Radverkehrspolitik in Rödermark anschaut. Hier klafft seit vielen Jahren eine Lücke, die nicht nur immens groß sondern auch sehr widersprüchlich ist.
So hatte die Stadt im Herbst 2011(!) mitgeteilt, den CO₂-Ausstoß in Rödermark drastisch senken zu wollen. Um das zu erreichen, lies man ein 59.000,–€ (!) teures Konzept erstellen, das auf 213 Seiten(!) den Weg weisen sollte. Geplante Maßnahmen wurden mit „hohe Priorität A – geringe Priorität C“ gekennzeichnet und sollten jährlich, auch mit Öffentlichkeitsarbeit, überprüft werden.

In der sog. „SCHWACHSTELLENANALYSE DES VERKEHRS“ sollten zur Förderung u.a. des Radverkehrs Maßnahmen zur Verbesserung der Gegebenheiten getroffen werden. Fahrradfahren im Innerstädtischen Bereich sollte attraktiver, unkompliziert und sicher sein. Ob Einkauf, Gastronomie, öffentliche Gebäude oder Unternehmen, Fahrradfahrern sollte Gegebenheiten eingeräumt werden, das Fahrrad als Alternative zum Pkw nutzen zu können.

Leider wurde außer dem zulässigen Radfahren entgegen der Einbahnstraßen und einigen Fahrradständern (Priorität „C“) so gut wie nichts umgesetzt. In kaum einer anderen Kommune werden Radfahrer weiterhin so vernachlässigt wie in Rödermark und dies, obwohl Radfahrstreifen bzw. Fahrradstraßen mit Priorität „A“ versehen worden waren.

„Wie die Erfahrungen anderweitig zeigen, beruhigen Radfahrstreifen nicht nur den Verkehr, sondern bieten den Radlern auch subjektiven Schutz, wodurch der Radverkehr insgesamt erhöht und die CO2 Emission sowie der Straßenlärm erheblich verringert würde“, so BI-Sprecher Norbert Kern.

Nach Ansicht von BIVER verdeutlicht die Magistratsmitteilung eindrucksvoll, wie einer der neuen alten Koalitionspartner wiederholt nicht einmal mehr seinen eigenen Ansprüchen genügt.

Mit einem Antrag auf eine Informationsplattform „Mobilität & Verkehr“ auf der städtischen Homepage versucht nun wenigstens die FDP die „Hinterzimmerpolitik“ in Sachen Verkehr in die Öffentlichkeit zu bringen. „Wer Menschen nicht beteiligt, kann keine Akzeptanz erwarten“, so die Meinung innerhalb der BIVER.

BIVER. Norbert Kern


Adnin

» Klimaschitzkonept 2012