Naturschützer fordern Nachtfahrverbot für Mähroboter auch im Kreis Offenbach

Naturschützer fordern Nachtfahrverbot für Mähroboter auch im Kreis Offenbach

Kreistag soll Entscheidung überdenken

In immer mehr Gärten kommen Sie zum Einsatz: Mähroboter, die meist für mehrere Stunden täglich über die Fläche fahren und den Rasen sehr kurz halten. Was für die einen eine Arbeitsersparnis darstellt, ist für Naturschützer ein Graus. „Auf einer Rasenfläche, die ständig gemäht wird, kann keine Pflanzen Blüten entwickeln und sich aussäen“, sagt der NABU-Kreisvorsitzende Dr. Rüdiger Werner. „Damit wird das Nahrungsangebot für Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer und andere Insekten minimiert. Der Rasen wird so zu einer artenarmen Graswüste. Daher wünschen wir uns als NABU, und mit uns alle anderen Naturschutzverbände auch, einen freiwilligen Verzicht auf solche Mähroboter und stattdessen mehr Blühflächen im heimischen Garten.“

Ein zweites Problem ist in den Augen der Naturschützer aber noch gravierender: Nachtfahrende Roboter bedeuten Leid und Tod für Tausende von Igeln. Die bedrohten Igel sind keine Fluchttiere. Bei Gefahr rollen sie sich zusammen. Gegen Mähroboter ohne aktiven Kollisionsschutz hilft diese Taktik nicht. Die rotierenden Messer können Schnittverletzungen, amputierte Gliedmaßen oder aufgeschlitzte Bäuche verursachen. Jede Tierauffangstation hat schon Kontakt gehabt mit Igeln, die solch schreckliche Schnittverletzungen durch Mähroboter aufwiesen. Ein Leid, das einfach zu vermeiden wäre.

Nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören. Das gilt auch für Igel. Weil alle Aufrufe bisher wenig Erfolg hatten, haben bereits viele Städte und Landkreise durch kommunale Allgemeinverfügungen Nachtfahrverbote für Mähroboter erlassen. Diese gelten in der Regel von 30 min vor Sonnenuntergang bis 30 min nach Sonnenaufgang.

Auch im Landkreis Offenbach gab es jetzt einen solchen Vorstoß. „Wir sind entsetzt, mit welcher Unwissenheit und Gleichgültigkeit gegenüber dem Tierleid dieser Antrag von der Mehrheit abgelehnt wurde“, fasst Dr. Werner die Stimmungslage der Naturschutzverbände zusammen. „Auch wenn die Überprüfung der Einhaltung objektiv kaum umsetzbar ist, könnte das Thema durch einen solchen Beschluss in die Öffentlichkeit gebracht werden und hätte allein durch die damit verbundene Aufklärung das Leid vieler Igel, Frösche, Kröten und anderer Kleintiere vermindern können“. In einer gemeinsamen Presseerklärung appellieren daher die Verbände NABU, BUND und HGON sowie die AMU aus Hainburg und die AGFA aus Seligenstadt an alle Kreistagsfraktionen, das Thema noch einmal auf die Tagesordnung zu setzen und hier eine zukunftsorientierte Entscheidung zu treffen, die zeigt, dass ihnen der Artenschutz nicht egal ist, und die die Einhaltung des § 44 BNatschG unterstützt.

Mittelfristig fordern die Verbände eine bundesweite Regelung durch eine Aufnahme des Igelschutzes in das Artenschutzgesetz.

NABU-Ausflug zu den Orchideenhängen bei Hardheim am 17. Mai

Pressemeldng NABU Rödermark
NABU-Ausflug zu den Orchideenhängen bei Hardheim am 17. Mai

Wer blühende Orchideen sehen will, hat am Sonntag den 17. Mai die Gelegenheit dazu. Der NABU Rödermark bietet einen Ausflug in das Main-Tauber-Land in das Naturschutzgebiet Waldstädter Tal etwa 20 km südlich von Wertheim an. Um 10 Uhr erwartet die Teilnehmer vor Ort eine etwa zweistündige Führung. Treffpunkt ist daher bereits um 8:30 Uhr der Parkplatz am Ärztehaus im Breidert, wo Fahrgemeinschaften gebildet werden. Die Rückkehr ist gegen 13:30 Uhr geplant.

Das rund 34 ha große Gebiet steht seit 1990 unter Naturschutz. Es handelt sich um einen sonnenexponierten Trockenhang als landschaftsprägendes Element, dessen besonderer Wert in der kleinräumigen Vielgestaltigkeit und der damit verbundenen Artenvielfalt seltener Tiere und Pflanzen liegt. Verschiedene Sukzessionsstadien der Kalkmagerrasengesellschaften bilden innerhalb der umliegenden Nutzflächen ein wertvolles Mosaik unterschiedlicher Lebensräume. Besonders bekannt ist das Gebiet für seine Orchideenvielfalt.

Nachtspaziergang mit dem NABU am 21. März

Pressemeldung NABU Rödermark

Nachtspaziergang mit dem NABU am 21. März
Braucht der Mensch künstliches Licht? „Aber sicher doch“, wird die reflexartige Antwort sein. Im häuslichen Umfeld mag das ja stimmen, aber auch draußen in der Natur? Der Unterschied der Lichtstärke zwischen Tag und Nacht ist der größte Unterschied, den die Natur zu bieten hat. Fast alle Lebewesen haben ihren Biorhythmus auf diesen Unterschied ausgerichtet. Künstliches Licht stört diesen empfindlich. So ist die Verschmutzung mit künstlichem Licht heute eine der am meisten unterschätzten Ursachen für das Insektensterben und den Rückgang der Biodiversität.

Der NABU Rödermark möchte 2026 den Kampf gegen diese Lichtverschmutzung zu einem Schwerpunktthema machen. Die Aufklärungskampagne startet am Samstag, den 21. März mit einem Experiment, zu dem der NABU alle Bürger herzlichst einlädt: ein nächtlicher Waldspaziergang, bei dem komplett auf künstliches Licht verzichtet wird. Also Stirnlampen zuhause lassen und auf die eigenen Sinne vertrauen. Es wird Ihnen ein Licht aufgehen!

Treffpunkt ist um 19:30 Uhr der Parkplatz des FC Victoria Urberach. Streckenlänge etwa 3,7 km, Dauer ca. 2 h.

VHS + NABU: Vortrag „Vogelschlag an Glasscheiben“

Pressemeldung NABU Rödermark.
VHS + NABU: Vortrag „Vogelschlag an Glasscheiben“.
3. Dezember ab 19:30 Uhr
im Rothahasaal der Stadtbücherei Ober-Roden
Der Eintritt ist frei.

Jeder hat es irgendwann selbst erlebt: ein unerwarteter Knall an der Fensterscheibe. Schaut man dann nach, findet man häufig entweder einen bereits toten oder einen apathisch wirkenden Vogel, der mit etwas Glück in den nächsten Stunden davonfliegt oder aber nach kurzer Zeit verstirbt. Mit geschätzten 100 Millionen Vögeln jährlich ist der Vogelschlag an Glasscheiben nach dem Fang durch freilaufende oder verwilderte Hauskatzen die zweithäufigste nicht-natürliche Todesursache bei Vögeln in Deutschland. Warum fliegen Vögel immer wieder gegen Glasscheiben? Wie kann man diese Gefahren minimieren? Und was kann jeder einzelne tun, damit in Zukunft möglichst keine Vögel mehr an unseren Glasscheiben umkommen? – Diese Fragen und mehr beantwortet Dr. Winfried Winter, Leiter der AG Vogelschlag im NABU-Landesverband, am 3. Dezember ab 19:30 Uhr im Rothahasaal der Stadtbücherei Ober-Roden in einem Vortrag. Der Vortrag ist letzte in einer Reihe von 3 Vorträgen, die die VHS Rödermark gemeinsam mit dem NABU Rödermark in diesem Herbst organisiert hat. Der Eintritt ist frei.

Vortrag über den Biber im Kreis Offenbach. 12. November um 19:30 Uhr

Pressemitteilung des NABU Rödermark

Vortrag über den Biber im Kreis Offenbach
Einst in Hessen für 400 Jahre ausgerottet breitet sich der Biber seit 1987 wieder aus. Mit aktuell fast 800 Biberrevieren in Hessen ist die Wiederansiedlung des großen Nagers eine Erfolgsgeschichte. Auch im Kreis Offenbach ist der Biber längst wieder heimisch. Einzelne Biber können hin und wieder selbst in Rödermark beobachtet werden. Für Naturschützer ist der Biber ein Segen, für Landwirte und Besitzer ufernaher Eigenheime ein Fluch. Warum der Biber für die Natur so wertvoll ist, wie ein erfolgreiches Bibermanagement aussehen sollte und wie es aktuell um den Biber im Kreis Offenbach steht, darüber berichtet Dr. Adela Zatecky, NABU-Bibermanagerin für den Kreis Offenbach, in einem Vortrag am 12. November um 19:30 Uhr im Rothahasaal der Stadtbücherei Ober-Roden. Der Vortrag ist der zweite in einer Reihe von 3 Vorträgen, die die VHS Rödermark gemeinsam mit dem NABU Rödermark in diesem Herbst organisiert. Der Eintritt ist frei.