Städtische Grünflächenpflege soll noch ökologischer werden

FDP Rödermark. Grünflächenpflege soll noch ökologischer werden.
Grünflächenpflege soll noch ökologischer werden

Pressemeldung FDP Rödermark.
Städtische Grünflächenpflege soll noch ökologischer werden

In den letzten 3 Jahrzehnten hat deutschlandweit die biologische Vielfalt stark abgenommen. Das Land wird intensiver denn je genutzt, ökonomische Aspekte stehen bei der Landnutzung klar im Vordergrund. Laut Medienberichten hat sich in dieser Zeit die Anzahl der Vögel halbiert und die der Insekten um nahezu 75 % reduziert. Diese Befunde werden durch eigene Erfahrungen bestätigt. „Aus Sicht der FDP“, erklärt FDP-Fraktionsvorsitzender Tobias Kruger, „ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sich dem Verlust an Artenvielfalt und Individuenzahl entgegenzustellen und gemeinsam zu handeln. Das gilt für jeden einzelnen von uns. Dem Gartenbesitzer genauso wie dem Landwirt. Aber insbesondere die sogenannten öffentlichen Hand – Bund, Länder und Gemeinden – sollte dabei eine besondere Vorbildfunktion zukommen. Das gilt auch für Rödermark. Deswegen hat die FDP-Fraktion beantragt, dass die Stadt Rödermark ihre Grünpflegepläne inhaltlich weiterentwickelt und dabei ökologische Kriterien noch mehr in den Vordergrund stellt als bisher schon der Fall.“

Für Rödermark sieht die FDP-Fraktion hier noch Spielraum nach oben. Zwar wurden von der Stadt viele Projekte in dieser Richtung angestoßen oder sind in Vorbereitung, aber noch werden viele Grünflächen konventionell nach wirtschaftlichen und optischen Kriterien gepflegt. „Die Erfahrungen aus anderen Kommunen haben eindrucksvoll bewiesen, dass eine Pflege nach ökologischen Kriterien nicht zwangsläufig teurer sein muss, im Gegenteil am Ende sogar weniger Mittel benötigen kann“, bekräftigt der umweltpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Dr. Rüdiger Werner die Forderung seiner Partei. „Wir können es uns nicht leisten, so weiterzuwirtschaften wie bisher. Laub ist kein Müll, sondern ein natürliches Produkt und Lebensraum ganz vieler Kleintiere. Das gleiche gilt für abgeblühte Pflanzenstängel. Kindergärten müssen keine laubfreien Zonen sein, Blühflächen auf den Friedhöfen und auf Grüninseln können Besucher und Anwohner erfreuen, Kinderspielplätze müssen nicht Golfplätzen ähneln und Straßenbegleitgrün nicht alle 4 Wochen gemäht werden. Deshalb wünschen wir uns von der Stadt, dass auf allen städtischen Grünflächen inner- wie außerorts nach und nach mehr Natur Einzug hält als bisher und die Stadt ihre Vorbildfunktion hier noch sichtbarer wahrnimmt. Dazu wäre ein einstimmiger Beschluss des Stadtparlaments hilfreich und wünschenswert.“

„Wir haben auch einige konkrete Vorschläge gemacht, wie das aussehen könnte“, so Fraktionsmitglied Valeska Donners abschließend. „So sollten Laubhaufen auch mal liegen bleiben dürfen. Das ist nicht nur für die Kleintiere gut, sondern animiert auch die Kinder zu Spielen mit den Blättern. Lärmende Laubbläser und Laubsauger sollten auf Grünflächen nicht mehr eingesetzt werden. Da schließen wir uns den Forderungen des Bundesumweltministeriums an. Die Mähzyklen sollten zudem reduziert werden, so dass mehr Pflanzen zur Blüte kommen und auch aussamen können. Und es sollten nur regionale und standortgerechte Pflanzen angepflanzt werden, die auch einen hohen Nutzen für die heimische Tierwelt haben.“

Auch die zweite Diskussionsrunde dieses Antrags der FDP in den städtischen Gremien blieb ohne konkreten Beschluss, aber mit einem positiven Ausblick. Die verantwortlichen städtischen Mitarbeiter haben das Thema auf dem Schirm. In einer der nächsten Ausschusssitzungen will die Stadt aufzeigen, was sie bisher in der Sache getan hat und was von Ihrer Seite aus in Zukunft noch weiter dazu geplant ist. Außerdem soll eine Expertin einen Vortrag dazu halten. Zusätzlich hat der Stadtverordnetenvorsteher in öffentlicher Sitzung zugesagt, noch vor den Sommerferien eine Bürgerversammlung einzuberufen, in der exakt dieses von der FDP angestoßene Thema einen Schwerpunkt bilden soll.

2 Replies to “Städtische Grünflächenpflege soll noch ökologischer werden”

  1. Der Mensch ist ein natürliches Produkt (wer ist der Hersteller? ist es ein handwerklicher Betrieb oder eine Industriestätte, die herstellt?) und Lebensraum ganz vieler Kleinstlebewesen. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sich dem Verlust der Kleinstlebewesen durch ökonomisch orientiertes Waschen entgegenzustellen und gemeinsam zu handeln. Wir können so nicht weiterwirtschaften. Erfreuen wir uns an den Gerüchen und lassen wir die Kinder daran teilhaben!

    Zu den nicht näher genannten Medienberichten, gab es schon 2017 zwei Artikel „Unstatistik des Monats“ vom RWI. www rwi-essen de/unstatistik/70/ und www rwi-essen de/unstatistik/72/.
    „Jede berichtete Abnahme zwischen zwei Zeitpunkten hängt davon ab, welchen Anfangszeitpunkt man wählt.“

    Ist ja eigentlich auch egal, liest in Rödermark sowieso niemand.

  2. Nachtrag zu den Medienberichten, die was von Halbierung der Anzahl von Vögeln berichten und von bedrohter Artenvielfalt, und die von Herrn Kruger in Bezug zur ökonomischen Landnutzung gestellt werden. Mal abgesehen von der grassierenden Naturromantik, die zu übersehen scheint, dass Insekten und Vögel auch Krankheiten übertragen, generell gesagt, dass die Natur auch dem Menschen gegenüber nicht gerade freundlich gesinnt ist, sind es doch auch gerade ökologische Maßnahmen wie die Windräder, die umweltschädlich sind, die Vögel und Insekten schreddern und damit die Artenvielfalt bedrohen. Und nicht nur das, es hat sich genügend Evidenz angehäuft, dass Windräder gesundheitsschädlich für die Menschen sind. Die Rödermärker haben wohl bis jetzt Glück gehabt, dass der Windrad-Kelch an Rödermark vorbeigegangen ist. Auch ohne Windräder, was soll es bringen, die Stadt noch mehr verlottern zu lassen, indem man das Laub liegen lässt? Darüber hinaus kommt es mir unehrlich vor, wenn gesagt wird, dass das Straßenbegleitgrün nicht alle vier Wochen gemäht werden müsste. Seit 5 bis 10 Jahren wird zumindest im Breidert wenn es hochkommt zweimal im Jahr gemäht und geschnitten. Laub kann auch als Kompost verwendet werden. Einsammeln, verkaufen, Einnahmen erzielen, Arbeitsplätze schaffen.

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