Bürgermeisterwahl findet immer weniger Interessierte.

Wahl des Brgermeisters
Wahl des Brgermeisters

Vorweg. Heuchelei ist nicht meine Sache. Darum kann ich auch keinen „Herzlichen Glückwunsch“ an den Sieger der Bürgermeisterwahl senden. Würde ich dies aus lauter Höflichkeit tun, würde man mich der Heuchelei bezichtigen.

Bürgermeisterwahl findet immer weniger Interessierte.
Kommt bald keiner mehr zur Wahl?

Bürgermeister Kern zur letzten Kommunalwahl.
[..]Dass Sie meiner vom Gesetz vorgeschriebenen Einladung gefolgt sind, weiß ich sehr zu schätzen. Sie erweisen sich damit als „gute Bürger“ im Sinne des athenischen Staatsmanns Perikles 400 v.Chr., von dem der Satz überliefert ist: ‚ ‚Wer an den Dingen seiner Stadt nicht Anteil nimmt, ist keine stiller, sondern ein schlechter Bürger.‘ Sie, die neuen Stadtverordneten, nehmen aber nicht nur Anteil an den Dingen der Stadt, Sie übernehmen sogar Verantwortung – und das kann man nicht hoch genug einschätzen. Und dafür gebührt Ihnen der Dank Ihrer Stadt, den ich hiermit in aller Form ausspreche!
 
Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger hat keinen Anteil genommen an dem Ereignis, das uns zu dem heutigen Abend geführt hat. 52,7 Prozent sind nämlich der Wahl am 6. März ferngeblieben. „Schlechte Bürger“ kann ich dazu nur sagen – und ich habe nicht das geringste Verständnis für diese bürgerschaftliche Ignoranz. Andererseits erfreuen wir uns in unserer Stadt mit den zahlreichen Vereinen, Kirchen und Initiativen in den Stadtteilen und Wohngebieten eines bürgerschaftlichen Engagements, auf das wir wirklich stolz sein können. Das sind die tragenden Säulen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Quelle: Parlament stellt Weichen für die kommenden fünf Jahre

Die Wahlbeteiligung (47,3%), die Herr Kern anspricht, war die bei der vergangenen Kommunalwahl.
Die Wahlbeteiligung bei der Bürgermeisterwahl in 2017 und 2019 war etwas besser, aber trotzdem grottenschlecht. Mag ja sein, dass die Wahlbeteiligung sich im Bundesdurchschnitt bewegt. Betrachte man die Wahl einmal von einer anderen Seite her. Nur ca. 25% der Wahlberechtigten haben sich für den kommenden Bürgermeister entschieden. Bestimmt kein spezielles Phä­no­men für Rödermark.

» Bürgermeisterwahl 2017. Wahlbeteiligung erster Wahlgang 53.7%
» Bürgermeisterwahl 2017. Wahlbeteiligung Stichwahl 50
» Bürgermeisterwahl 2019. Wahlbeteiligung erster Wahlgang 48,93%
 
Siehe auch
Jörg Rotter (CDU) löst Roland Kern (AL/Die Grünen) als Bürgermeister ab

8 Replies to “Bürgermeisterwahl findet immer weniger Interessierte.”

  1. Vielleicht haben immer mehr Bürger den Eindruck, dass ihre Interessen nicht mehr vertreten werden? Wozu dann wählen gehen, wenn man im Endeffekt sogar jemanden wählt, der gegen die eigenen Interessen handeln wird? Nur eine Einschätzung, ich bin wählen gegangen, frage mich aber solche Fragen immer wieder. Denn, was bedeutet z. B., dass Herr Rotter die hiesige Wirtschaftspolitik als Chefsache ansieht? Heißt das, weiter wie bisher? Heißt das, ich mache, was ich will? Oder was heißt das? Solche Fragen können vermutlich höchstens die nächsten Vertrauten von Herrn Rotter beantworten. Aber immerhin, jetzt mal ganz generell und ohne Blick auf bestimmte Personen gesprochen, bin ich schon mal froh, dass das Leben in diesem Ort noch beschaulich und friedlich ist. Wenn man sich sonst so in der Medienlandschaft umschaut, bekommt man ja den Eindruck, dass die halbe Welt bekloppt ist. In Rödermark scheint da ja die Welt noch in Ordnung zu sein. Die Leute hier scheinen im Großen und Ganzen noch auf dem Boden der Realität zu sein. Das ist ein Lob!

  2. „Vielleicht haben immer mehr Bürger den Eindruck, dass ihre Interessen nicht mehr vertreten werden? Wozu dann wählen gehen, wenn man im Endeffekt sogar jemanden wählt, der gegen die eigenen Interessen handeln wird?“

    Was meinen Sie damit? Meinen Sie damit, dass der Grund für die niedrige Wahlbeteiligung ist, dass alle Kandidaten gegen die Interessen der Bevölkerung handeln oder nur der Gewählte?

    „Denn, was bedeutet z. B., dass Herr Rotter die hiesige Wirtschaftspolitik als Chefsache ansieht? Heißt das, weiter wie bisher? Heißt das, ich mache, was ich will? Oder was heißt das? Solche Fragen können vermutlich höchstens die nächsten Vertrauten von Herrn Rotter beantworten.“

    Dazu muss man kein Vertrauter Herrn Rotters sein, ein Blick in sein Wahlprogramm genügt.
    https://www.joerg-rotter.de/fuer-roedermark/
    Weiterhin sollte angemerkt werden, dass die Wirtschaftspolitik bisher die Sache des Wirtschaftsdezernent Herrn Kern war.

  3. Wenn kein gutes Angebot da ist, was soll man dann wählen? Da bleib ich doch lieber daheim.

  4. @Ben Brühne:

    Ich meine, dass das allgemein ein Grund sein könnte. Ich z. B. hätte nie Frau Schülner gewählt, weil ich davon ausgehe, dass sie Dekarbonisationspolitik gemacht hätte, und weil ich Dekarbonisation für eines der größten Übel halte, gefolgt von der Energiewende und dem EEG. Ich habe kein Interesse an Energiearmut. Und genauso überlegen sich andere Wahlberechtigte warum sie lieber nicht den Herrn Rotter oder den Herrn Falk wählen sollten. Und wenn obendrein noch der Eindruck herrscht, dass es eigentlich sowieso egal ist, wen man wählt, dann entsteht Politikverdrossenheit, und die Leute bleiben lieber zu Hause. Schade, ist aber so.
    Abgesehen davon sollte man sowieso nicht zu viel Hoffnung auf andere Leute legen. Man sollte lieber selber seines Glückes Schmied sein wollen, und sich soweit unabhängig wie möglich von der Politik machen.

  5. Ich gehe zu jeder Wahl. Wer nicht wählen geht, muss mit allem einverstanden sein was dann passiert ! Leider ist das aber oft nicht der Fall.
    Schlimm fand ich diesmal nur :
    Eine Bürgermeister-Wahl ist eine PERSONEN-WAHL und woanders funktioniert das teilweise auch. In Rödermark spielte aber das Parteibuch die größte Rolle und so hat der Plan von vor 2 Jahren – Postenzuschachern – leider funktioniert. Somit geht es die nächsten Jahre weiter wie gehabt – Armes Rödermark. u.A. Priorität Finanzen = mit dem neuen Bürgermeister = ade. Die über 50 % Nichtwähler werden sich vielleicht noch wünschen, sie hätten doch gewählt.

  6. „Wer nicht wählen geht, muss mit allem einverstanden sein was dann passiert !“

    Nein, muss man nicht. Eher muss man es akzeptieren, wenn man z. B. Grün gewählt hat, und man deswegen seinen Strom nicht mehr bezahlen kann.

    Ein neuer Bürgermeister kann sich ja auch nicht einfach so aus den Förderprogrammen herauswuseln. Schön und wirklich sehr sinnvoll aus ökonomischer Sicht wäre es, wenn Herr Rotter zumindest auf zukünftige Förderprogramme, d. h. Schuldenaufnahme, verzichten würde. Die Gefahr ist schließlich, dass es einfacher erscheint, immer mehr Anträge für Förderprogramme zu schreiben, und dann die Stadt entsprechend an die Programme anzupassen, als den umgekehrten Weg zu gehen, nämlich dass die Menschen im Ort sich ihren eigenen kleinen Fleck selbst zu gestalten.

    Schließlich noch: Herr Rotter hat betont, dass er Christ ist, und ich persönlich verbinde gerade mit dem Christentum eine gewisse Freiheit und Selbstverantwortlichkeit, zu der gehört, dass man die Mitmenschen, Mitgeschöpfe und sowieso die gesamte (im übertragenen Sinne) Schöpfung in seinem Handeln mitbedenkt und auch stützen soll; woraus sich ergibt, dass man das Eigentum anderer (dazu gehört auch das Geld) respektiert. Eine Politik, die das eigentlich nachhaltigere Sparen anderer Kommunen, wie Eppertshausen, bestraft, während hier z. B. noch mehr Verpflichtungen aufgenommen werden, für die dann u. A. ein Markt eingerichtet wird, ist meiner Meinung nach das Gegenteil von christlich. Abgesehen davon hätte der Rodau-Markt auch ohne Fördergelder und ohne Lenkung durch die Stadt eingerichtet werden können.

  7. Welchen Einfluss Frau Schülner auf den Strompreis gehabt hätte, muss man mir noch mal erklären.
    Ist ja abenteuerlich was hier geschrieben wird.

  8. Na dann google mal „Energiearmut“ und finde heraus wie grüne Politik Energiearmut hervorruft. Und nicht nur in D, sondern überall auf der Welt. Tipp: die Global Warming Policy Foundation hat zu diesem Thema Schriften auf deren Website veröffentlicht. Dort findet sich auch was über Dekarbonisierung.

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