Kenn ich nicht. Wähl ich nicht.

Wahl des Bürgermeisters in Rödermark.
Wahl des Bürgermeisters in Rödermark.

Kenn ich nicht. Wähl ich nicht„.
Hat man bei seinem Waldspaziergang einen Hund dabei, kommt man auch mit bisher unbekannten Personen sehr schnell ins Gespräch.
Was Sie hier in diesem Artikel lesen, ist meine Schlussfolgerung aus Gesprächen mit Bürgern während meiner täglichen Waldspaziergänge. Nichts Repräsentatives. Ein Gedankenaustausch zur kommenden Bürgermeisterwahl und die Motivation einen bestimmten Kandidaten zu wählen. Und glauben Sie mir. Ich bin sehr schnell bei dem Thema – na, wen wählen sie dann zum Bürgermeister.

Kenn ich nicht. Wähl ich nicht„. Das könnte auch meine Antwort zur kommenden Bürgermeisterwahl sein, wenn ich mich nicht informieren würde. Selbst die hervorragend besuchte Veranstaltung der Seniorenhilfe, bei der sich die Bürgermeisterkandidaten vorgestellt haben, konnte nur einen kleinen Teil der Wahlberechtigten erreicht. Die Teilnehmer dieser Veranstaltung dürften nun Frau Dipl. Verwaltungswirtin Andrea Schülner (AL), Dr. Karsten Falk (frei von jedem Parteienklüngel) und Jörg Rotter (CDU) ein wenig kennen.

Für Frau Schülner und Herrn Falk ist es eine Herkulesaufgabe, in kurzer Zeit den Bekanntheitsgrad von Jörg Rotter (Den kenn ich, den wähl ich) zu erreichen.
Es kann und darf aber nicht sein, dass ein Bürgermeister nur nach dem Bekanntheitsgrad gewählt wird. Aber; hoher Bekanntheitsgrad verbunden mit guter Leistung dürfte kein Hindernis sein.
Ich möchte in meinem Blog ein wenig dazu beitragen die Kandidaten besser kennenzulernen. Bei einigen Sachthemen wird ein wenig der Hintergrund beleuchtet.

Einerseits muss man die Beurteilung unbekannter Kandidaten nach seiner grundsoliden Ausbildung (Abitur, Studium) treffen. Eine gehobene Stellung im Berufsleben lässt darauf schließen, dass bereits andere seine Fähigkeiten für höhere Aufgaben erkannt haben. Ein Bürgermeister muss letztendlich unsere Stadt nach außen würdig vertreten können. So nach dem Motto: Den kann man schicken.
Andererseits nach der abgelieferten Leistung während seines beruflichen Werdegangs. Zwei der Kandidaten können keine erbrachte Leistung für die Stadt vorweisen, die alleine auf ihr Handeln zurückzuführen wäre. Als Wahlbeamter hat Herr Rotter da ganz andere Möglichkeiten sich mit vollbrachten Leistungen für die Stadt darzustellen. Man kann nicht verleugnen, dass Herr Rotter in den vergangenen sechs Jahren stets bemüht war, für die Stadt sein Bestes zu geben.
 
Und da liegt zwischen den Kandidaten der große Unterschied.
Naturgemäß wird Herr Jörg Rotter als Erster Stadtrat bestimmte Weiterentwicklungen in unserer Stadt als seine Leistung darstellen. Frau Dipl. Verwaltungswirtin Andrea Schülner als Stadtverordnete und Herr Rotter als Erster Stadtrat können zumindest darauf hinweisen, dass sie bei der Entscheidung zur Teilnahme an z.B. richtungsweisenden Förderprogramme von Stadt, Land, Bund mitgewirkt haben. Und Herr Dr. Karsten Falk? Tja, da steht Herr Dr. Karsten Falk völlig leer da. Er hatte weder als Einzelperson noch als Mitglied einer Fraktion Einfluss auf die bisherige Stadtentwicklung. Ein Vorteil; damit braucht er auch nicht auf evtl. Vorwürfe der StadtFEHLentwicklung genauer einzugehen.
Es wurden bei der Seniorenhilfe Zukunftsprojekte genannt, ohne zu erwähnen, dass es sich um Förderprogramme handelt. Ohne die Gelder aus den Förderprogrammen könnte die Stadt sich verschiedenes überhaupt nicht leisten.

  • Polizeidienst (Förderprogramm KOMPASS)
  • Erneuter Rettungsschirm (Hessenkasse für finanzschwache Kommunen)
  • Kostenfreie Kita. (Programm der Landesregierung)
  • Stadtumbau (Programm der Landesregierung)
  • Stadtgrün (Programm der Landesregierung)
  • Teilnahme am Pilotprojekt – ASTplus – bus on demand –

Da es sich um Förderprogramme handelt, stellte sich nur die Frage: Nehmen wir teil oder nicht?. Teilweise hat die Entscheidung die Stadtverordnetenversammlung zu treffen. Wie man den Eigenanteil für die Förderprogramme bereitstellen wird, wird der jeweilige Haushalt zeigen. Ist zu wenig Geld da, muss eben die Steuer erhöht werden. Das ist (so wie es zurzeit aussieht) nicht der Fall.
 
Warum erwähne ich die Förderprogramme? Es handelt sich hier um ein Volumen, ohne kostenfreie Kita, von über 40 Mio. Euro (Volumen abzüglich der zu erbringenden Eigenleistung). Ohne Förderprogramme würde der Stillstand in der Weiterentwicklung der Stadt noch spürbarer. Man merkt es im Straßenbau. Hier gibt es keine großartigen Förderprogramme und deshalb wohl auch den jährlich anwachsenden Berg von renovierungsbedürftigen Straßen und Bürgersteigen in Rödermark.
 
In Bezug auf -Innenverdichtung- wird sich jetzt auch nach den Worten von Herrn Rotter eine Richtungsänderung geben. Zumindest wird diese im Wahlkampf angesprochen. Ich zitiere diesbezüglich die Dreieich Zeitung:

[..]In Rödermark müsse man planerisch ausreichend Raum für neue Wohn- und Gewerbegebiete „aufmachen“, erklärte der Christdemokrat. Sein Hinweis: „Denn die Innenverdichtung in den Ortszentren stößt irgendwann an Grenzen.“ Wie wohl Kommunalpolitiker der Anderen Liste/Grüne, dem CDU-Koalitionspartner im Stadtparlament, auf solche Aus- und Ansagen reagieren? [..]Quelle: Dreieich Zeitung

Lassen Sie sich nicht dadurch beeindrucken, wenn Kandidaten von Leistungen der Vergangenheit reden. In der Vergangenheit hatte und bis zum 30.6 hat BM Roland Kern das Zepter fest in der Hand. Mein Eindruck – er und die AL geben vor was gemacht wird und der Rest vom Magistrat ist halt da. Die CDU kann man seit langer Zeit nur noch als Juniorpartner der AL sehen..
Messen wir die Kandidaten daran, wie diese die Probleme unserer Stadt bewerten und wie man gedenkt, diese anzugehen. Beachten Sie auch die Tatsache, dass der eine oder andere in der Vergangenheit die Möglichkeit besessen hat, bestimmte Unebenheiten schon längst zu beseitigen.

Ich persönlich messe Versprechen an ganz banalen Dingen. An banalen Dingen, weil die sich ohne große Probleme und Zustimmung weiterer Personen realisieren lassen und damit den Wert eines Versprechens deutlich machen. „EINEN SEIT JAHREN VERSPROCHENEN WETTERSCHUTZ (ÜBERDACHUNG) AN DER SPALTTABLETTE“ wäre ein solches Beispiel.

Bisher konnten die Haushaltsprobleme durch Steuer- und Gebührenerhöhung so einigermaßen abgefangen werden. Die Schuldzinsen in Deutschland sind auf einem absoluten Tiefstand, die gute Fee und der zweite Rettungsschirm haben geholfen. Ein weiterer Glücksfall für Rödermark ist die sehr gut besetzte Buchhaltung mit einer hervorragenden Leitung. Können wir auch in Zukunft mit solchen Glücksfällen rechnen?
Ich denke, für die kommenden Jahre werden einige Glücksfälle ausbleiben. Deshalb gehört die Spitze der Stadt ein Bürgermeister(in), der eine finanzielle Krisen bewältigen und Lösungen aufzeigen kann. Ohne eine starke Führungskraft können selbst die besten Mitarbeiter kaum Lösungen für eine ernsthafte Krise präsentieren. Dafür ist der Bürgermeister zuständig. Man kann natürlich jammern und wenn es nicht langt, wie bisher an der Steuer- und Gebührenschraube drehen. Elegant und einfach UND die Rödermärker machen das klaglos mit. Hmmm, dann dürfte im Prinzip eine finanzielle Krise ja doch kein Problem darstellen.

Spruch eines Mitbürgers. „Warum soll ich Rotter wählen? Ich bleib beim Original und wähle Schülner. Falk? Falk; wer ist das? Muss mal schaun.“

 
» Dipl. Verwaltungswirtin Andrea Schülner
» Dr. Karsten Falk
» Jörg Rotter

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