Rödermark Jägerhaus und Staanern Kutsch

Heute kamen die ersten Artikel zum „Jägerhaus“ in der Presse. Wie schon in meinem Bericht am 29.03.2017 angedeutet, wird auch hier von der Kritik des Bürgermeister zu dem Antrag der FDP und der uneingeschränkten Zustimmung der gesamten Opposition berichtet. Auf das Privatleben umgesetzt „nehmen Sie Ihren Kindern einmal das Spielzeug weg, dann wird es sehr ungemütlich„.

In etwa so, („nicht ein Spielzeug, sondern aus Überzeugung“) hat Bürgermeister Kern eine blühenden Rede mit sehr, sehr fragwürdigen Passagen gehalten. Die Tatsache, dass drei der fünf Fraktionen sich für einen Verkauf des stark renovierungsbedürftigen Jägerhaus („Schrottimmobilie“ Quelle: Printausgabe Offenbach Post 30.03.2017 ) ausgesprochen haben, ließ Bürgermeister Kern nicht kalt. Aussagen wie: „ein schädlicher Antrag“ oder „Kulturfrevel“ zeigten mir, wie es dem Bürgermeister getroffen haben muss, dass es zu einer Abstimmung über den Verkauf des Jägerhaus gekommen ist. Ein wenig erstaunt war ich über die Rede von Herrn Michael Gensert (CDU). Wie üblich eine grandiose Rede voller Emotionen. Wirklich, eine gute Rede – bis diesmal auf den Inhalt. Ich habe da allerdings meine Zweifel, ob er es auch wirklich ernst gemeint hat.

Den Einwand vom Ersten Stadtrat, Herrn Rotter (CDU), „Der Verkauf des Jägerhaus kann den Haushalt nicht retten (sinngem.)“ kann ich nicht einordnen. Sollte diese Bemerkung der allgemeinen Aufheiterung dienen oder war das sogar ernst gemein?

Man muss festhalten, in dem Antrag der FDP kann man NIRGENDWO lesen, dass die Immobilie beseitigt werden soll. Es wird nirgendwo, auch nicht andeutungsweise geschrieben, dass es ein Fehler war, das Geld zu investieren. Erst dadurch (durch den Ankauf) hat die Stadt die Möglichkeit bekommen, einem Investor Vorgaben zu machen wie z.B. – die Fassade muss erhalten bleiben –. Was gemeint sein soll mit „der Verkauf des Jägerhaus zerstöre Jahrzehntelange Ortskernarchäologie (Zitat Printausgabe OP 30.03.2017)“ weiß ich nicht. Ich kann diese Aussage nicht nachvollziehen. Man muss sich einmal folgendes überlegen. Die Stadt dürfte wohl kaum die Mittel haben, um tiefgreifende Maßnahmen, die für eine sinnvolle Nutzung notwendig sind, zu investieren. Zu dem Verrotten der Straßen (kein Geld für grundhafte Sanierung) kommt jetzt das Jägerhaus hinzu.

Auch Hinweise zu „Betriebswirtschaftlich“ kamen auf. Oha.
Eine Rechnung, warum es preiswerter für die Stadt ist, die Untersuchung der Fundstücke im Jägerhaus anstatt in einer angemieteten Immobilie durchführen zu lassen, wurde NICHT vorgelegt. Es wurde „nur so gesagt„.

In verschiedenen Ansprachen bei der Stadtverordnetenversammlung hörte man „Was hier in Rödermark geschieht, wird weit über die Grenzen der Stadt wahrgenommen„. Wie wahr dieser Spruch ist zeigt der Artikel im Spiegel zu der archäologischen Arbeit im Jägerhaus. Hessen beschäftigt Doktoranden – für knapp drei Euro pro Stunde

Wenn man es bei der Stadt wirklich ernst meint mit der Ausstellung von historischen und herausragenden Funden aus Rödermark, sollte man doch mal endlich der Staanern Kutsch einen angemessenen Rahmen verschaffen. Es wird noch lange dauern, bis die gefundenen Knochen oder Scherben einen Weg in ein geeignetes städt. Museum (

wenn so etwas überhaupt einer will) findet. Aber die „Staanern Kutsch“ steht in einem sehr guten Zustand zur Verfügung. Ausgegraben, gesäubert und bewertet.
Zur Staanern Kutsch gibt es schon einen wundervollen Text (nicht von Schiller oder Schwarzkopf) in einem Heftchen vom Heimat- und Geschichtsverein. Wenn man jetzt hoch als Rödermärker das Objekt betrachten könnte; „wäre das nicht wundervoll?

Staanerne Kutsch
Staanern Kutsch

Siehe auch
» Status quo für Jägerhaus
 
Stellungnahme der CDU zum Jägerhaus

„Jägerhaus“
 
Die Stadt betreibt durchaus aktive Bodenbevorratungs- und –beschaffungspolitik. Grundsätzlich weisen wir im Außenbereich nur Areale als Baugebiete aus, die sich mittlerweile gänzlich im Eigentum der Stadt befinden. Wir sind der Überzeugung, dass sich auch in den Ortskernen Gestaltungsspielraum nur ergeben kann, wenn die Stadt bereit ist, ggf. auch wichtige Gebäude oder Flächen zu erwerben. Im Vollzug dieser grundsätzlichen Überlegungen hat die Stadt vor Jahren das sog. Jägerhaus erworben. Die Volksbank wollte dieses Gebäude erwerben, abreißen und einen Parkplatz errichten. Stadtbildprägende Strukturen an einem wichtigen neuralgischen Punkt vor dem Rathaus wären damit aufgebrochen worden. Wir sind nicht dafür, dass dieses Gebäude jetzt wieder auf dem freien Markt veräußert wird. Erst wenn ein Gesamtkonzept für Rathausplatz und Platz vor der Kulturhalle entwickelt ist, kann über die weitere Verwendung des Jägerhauses entschieden werden. Um an solch wichtigen Punkten Stadtentwicklungspolitik optimal zu betreiben, sind wir dringend darauf angewiesen, Flächen in städtischem Eigentum in die Planung mit einbringen zu können. Bei der Debatte um das Jägerhaus sind die z. T. völlig konträren Auffassungen im Stadtparlament über die Ortskerngestaltung zu Tage getreten. Insbesondere die Freien Wähler haben erklärt, dass für sie Außenbereichsentwicklungen wie z. B. die Ausweisung auch von Wohnbaugebieten Vorrang vor der Ortskernbelebung haben.
 
Dem können wir so nicht zustimmen. Im Rahmen des Rödermarkplans halten wir als CDU, wie es als Antrag formuliert und gestellt ist, die weitere Ortskernbelebung für genauso wichtig wie die Darstellung und Ausweisung von Gewerbegebieten als auch Wohnbauflächen im Außenbereich. Wir werden die Ortskerne nicht aufgeben. Wir sehen dort gerade im Hinblick auf die Erneuerung und Schaffung von Wohnraum noch erhebliches Potential.
 
Den Antrag der FDP auf Verkauf des Jägerhauses haben wir in Anwendung dieser Grundsätze abgelehnt. Quelle: CDU Rödermark

 


Offenbach Post kreiert neue Legende

Offenbach Post kreiert neue Legende25.06.2015 – ( KOD )
 
 
Offenbach Post kreiert neue Legende
Die „Staanern Kutsch“ soll ein Sühnekreuz sein. So jedenfalls die Offenbach Post vom 25.06.2015.
 
Also, der Rest eines Sühnekreuzes ist das bestimmt nicht. Es ist vermutlich, so habe ich Frau Dittrich verstanden, ein Fundament (Rest) für ein „Kreuz“. Das nur nebenbei.

Staanern Kutsch
Staanern Kutsch

Folgende Passage ist viel schlimmer und frei erfunden

[..]hätten sich die Ober-Röder vor langer, langer Zeit an der Straße nach Frankfurt zusammengerottet und eine Kutsche voll reicher Urberacher überfallen[..] Quelle: Offenbach Post

Davon steht nix in der zitierten Geschichte von Herrn Reisert zur „Staanern Kutsch“.
 
Wie hätte sich das auch damals in der Presse gemacht. „Arme Ober-Röder rauben reiche Urberacher aus.“ Eine solche Schlagzeile hätte keiner geglaubt. Wo hätte man die Urberacher her nehmen sollen? Man hätte sich damals über eine solche Schlagzeile totgelacht.
 
Und noch etwas. Urberacher haben Ober-Röder wegen wesentlich banaleres angegiffen. Wegen einer Apotheke.
 
 
Hier Links die zur Klärung beitragen können.
» Rödermark. Sühnekreuze
» Die einzig wahre Geschichte zur Staanern Kutsch. 🙂
» Apotheke in Urberach. Man erzählt sich so.
» Präsentation der Staanern Kutsch
» Weitere, wahre Geschichten aus Ober-Roden.
 
 

Rödermark. Staanern Kutsch.

Staanern Kutsch
Staanern Kutsch

Von der Tagesordnung berichte ich über einen Punkt. Die „Staanern Kutsch“

Legende und die brutale Wahrheit.
Was von Frau Dietrich vorgetragen wurde war wissenschaftlich fundiert und auch mit vielen Quellen belegt. Es kam eine Geschichte heraus, die nicht so schön war wie die von Herrn Reisert. Und das hat mir nicht so gefallen.

Genau genommen kommt man zu dem Schluss, an der Geschichte aus dem Heftchen des Heimat- und Geschichtsverein ist nicht ein Körnchen Wahrheit. Ich will nicht glauben, dass die wunderschöne Nachbildung eines Kutschbock laut Frau Dietrich nur ein Fundament für ein Kreuz war. Ich glaube das will keiner glauben. Es sei denn man denkt MAGENTA.

Den Vortrag von Frau Dietrich sollte man ganz schnell vergessen und als „Wissenschaftlich fundierte Verschlusssache“ im Rathauskeller verstecken, Frau Dietrich für ihre gute Arbeit danken und nur die Geschichte von Herrn Reisert an unsere Kinder/Enkel weitergeben.

Staanerne Kutsch
Staanern Kutsch

Bei der Besichtigung der „Staanern Kutsch“ durch die Stadtverordneten, konnten sich diese davon überzeugen, dass die „Staanern Kutsch“ sich bestens als Sitzgelegenheit eignet. Ich empfinde die „Kutsch“ auch bequemer als die „Staanern Bänk“ auf der Bulau. Jetzt noch an die „Kutsch“ einen QR-Code angebracht und man kann während Ruhezeit im Internet die spannende Geschichte der „Staanern Kutsch“ von H. Reisert lesen. Und das Tolle ist, man sitzt auf diesem geschichtsträchtigen Stein.

QR Staanern Kutsch
QR Staanern Kutsch

Bank, Ruheplatz auf der Bulau in Rödermark
Bank, Ruheplatz auf der Bulau in Rödermark

Siehe: Rödermark. Eiskalter Beton trifft Hintern.