Haushalt. Ich finde, das ist eine Blamage

Sondersitzung 11.06.2026

Sie schmeißen da irgendwelche Zahlen an die Wand und es weiß immer noch keiner, für was Sie dann das ganze Geld ausgeben. Das ist echt eine Scheiße“
Zitat aus der Offenbach Post (Printausgabe)

Dass der Großteil der Kommunen mehr oder weniger
Schwierigkeiten mit den Finanzen hat, steht zweifelsohne fest. Aber sind in anderen Kommunen auch Hebesätze von 1.327 % angesagt, mit dem man dann nicht einmal annähernd einen ausgeglichenen Ergebnis-Haushalt erreicht? Wie man dem vorliegenden Haushaltssicherungskonzept entnehmen kann, verbleibt auch mit einem Hebesatz von 1.327% ein Fehlbetrag im Ergebnishaushalt von ca.6,3 Millionen. Deshalb wird man laut Plan 2028 nochmal kräftig zulangen. Ein Hebesatz von > 1.700 steht im Raum. Siehe: Nächste Grundsteuerhöhung schon für 2028 eingeplant? Es könnten dann nochmal ca. 400% sein

Der Magistrat kann laut Offenbach Post
zur kommenden Stadtverordnetenversammlung am 16.06.2026 keinen Haushalt 2026 zur Abstimmung vorlegen. Eine derartige Blamage eines amtierenden Magistrats hat es meines Wissens nach in Rödermark noch nicht gegeben.

Man hatte mehr als ein halbes Jahr Zeit,
trotz eines Fehlbetrags von über 13,5 Millionen Euro, einen abstimmungsfähigen Haushalt zu erstellen. Die Frage ist: Wenn es in dem vergangenen halben Jahr nicht gelungen ist, warum sollte es dann jetzt gelingen? Und wenn es jetzt gelingt, warum hat es dann nicht schon im Januar geklappt? Vermutlich wegen der im März abgehaltenen Kommunalwahl.

Eine große Rödermärker Delegation
wird nach Wiesbaden fahren, um die Situation vor Ort (?bei der Schuldenberatung?) zu erörtern. Das hätte man auch schon vor der Kommunalwahl erledigen können.

Ich vermute, dass zunächst die Kommunalwahl abgewartet wurde.
Es liegt nahe, dass der amtierende Magistrat befürchtete, durch die Ankündigung deutlicher Erhöhungen der Grundsteuer B (auf 1.327 %, später 1.700 % im Jahr 2028) und der Grundsteuer A (auf 900 %) Wählerstimmen zu verlieren.

Zu der Grundsteuererhöhung auf 1.327%
Zunächst habe ich gedacht, da hat die Stadt sich richtig Mühe gemacht und um jeden Punkt gerungen. Die Enttäuschung war riesengroß, als ich den Bericht aus Heusensamm gelesen habe.
Auf eine zusätzliche Erhöhung des Hebesatzes für die Grundsteuer B haben wir verzichtet, es bleibt bei dem im Dezember 2024 beschlossenen Empfehlungshebesatz des Landes Hessen mit 1327 %. Quelle
Ist das seriös? Einfach mal so den Vorschlag des Landes Hessen übernehmen. Im Finanzplanngserlass steht, die Kommune sollte die vorgeschlagenen Prozentsätze für die zu erwartenden Steigerungen der Einnahmen auf die örtlichen Gegebenheiten anpassen.
So sieht der Doppelhaushalt in Heusenstamm aus. Sehen Sie irgendwelche Parallelen?

Rödermark hatte 2017, 2018 und 2019 einen ausgeglichnen Haushalt.
2019 war der Hebesatz 540%. Aufwand 64.154.342 Siehe
Dann gab es einen neuen Bürgermeister.

Ich habe mir die Kommunen angesehen, die an der Spitze
der Grundsteuerbeträge in Hessen stehen.
Heusenstamm 1.327% || Fehlbetrag 2027 476.274€ || Aufwendungen 77.133.528
Langen 1.268,77% || 15 Mio Fehlbetrag || Aufwendungen 147.512.712
Egelsbach 1.066% || Fehlbetrag 2.921.774,00 || Aufwendungen 39.328.070 (Haushaltseinbringung)
Rödermark 1.327% || Fehlbetrag 6.326.165 || Aufwendungen 106.285.455 (Vor Haushaltssicherungskonzept)

Fazit.
Wenn die erste Stadträtin mal den Betrag beziffern würde, den man als -fehlende Unterstützung- von Bund/Land erwartet, wäre das sehr hilfreich.
Die Sondersitzung war aus meiner Sicht (euphemistisch gesagt) eine ganz schlechte Veranstaltung. Gut, dass der Ausschuss Herrn Grünberg hat.


Rettungsschirme
Rödermark wurde durch den ersten Rettungsschirm um 12.260.962,00 entschuldet- (2013)
Rödermark wurde durch die Hessenkasse um bis zu 27.900.00,00 (2018/2019)

Soforthilfe für den Haushalt 2025
» Rödermak hat in 2025 889.157,00 Euro als Soforthilfe erhalteten.

500 Milliarden Investitionspaket für die Länder. Siehe

Zunächst 3 Milliarden für Hessens Kommunen.
» Rödermark kann in den nächsten Jahren 9.524.021,00 € investieren, ohne dass der Haushalt belastet wird.

Dann 1,7 Milliarden für Hessens Kommunen.
» In 2028 könnten es nochmals ca. 4.500.000,00 (+/-) werden. Der Verteilerschlüssel ist noch nicht bekannt. (Verteilerschlüssel st noch ncht bekannt)

Rödermark kann es sich erlauben, einen von der Stadtverordnetenversammlung erteilten Auftrag des Bürgermeisters zur Bereitstellung neuer Gewerbeflächen nicht umzusetzen. Fünf Jahre die auch fünf Jahre fehlende Gewerbesteuereinnahmen bedeuten könnten.

Siehe auch
» Freie Wähler fordern Gebührendeckel – Stadt schließt Entlassungen aus



Rödermark intern
Grundsteuer B ab 2028 mehr als 1700%?
Dem Haushaltssicheungskonzept kann man entnehmen, dass der Magistrat ab 2028 mit einer Grundsteuer B in Höhe von mehr als 1700% plant.

Grundsteuer in Rödermark: Anstieg auf 1.700 Punkte 2028?

Sondersitzung zu Haushalt 11.06.2026

Die Stadt plant nach der Erhöhung auf 1.327 Punkte eine weitere Anhebung. Die Freien Wähler fordern einen Steuerdeckel und einen Plan, wie Rödermark ab 2028 ohne weitere Erhöhungen auskommt.
Lesen Sie weiter bei OP-Online

Nachtrag
Die für den Haushalt verantwortliche Erste Stadträtin, Frau Schülner, konnte krankheitsbedingt der Sitzung nicht beiwohnen. Ob eine Teilnahme an der Stadtverordnetenversammlung am 16.06. möglich ist, ist derzeit nicht bekannt.
 
Siehe auch: Nächste Grundsteuerhöhung schon für 2028 eingeplant? Es könnten dann nochmal ca. 400% sein



Rödermark intern
Grundsteuer B ab 2028 mehr als 1700%?
Dem Haushaltssicheungskonzept kann man entnehmen, dass der Magistrat ab 2028 mit einer Grundsteuer B in Höhe von mehr als 1700% plant.

Zur Erinnerung die Prognose der Opposition aus 2024 zum Haushaltsdefizit

2026
Rödermark ist nicht bankrott.
Das Haushaptsdefizit schon in 2026 13,8 Mio.

Einen Fehlbetrag von über 17 Millionen € in den nächsten fünf Jahren wies der am 5. Dezember des letzten Jahres eingebrachte Haushaltsentwurf von der für die städtischen Finanzen verantwortlichen Kämmerin Andrea Schülner aus. Ohne Einsparungen wäre Rödermark demnach in 2 Jahren schlicht bankrott.
Quelle: Gemeinsame Pressemeldung der SPD, FWR und FDP zum Doppelhaushalt 2024-2025

» Kommunen am Limit.


Rödermark intern
Grundsteuer B ab 2028 mehr als 1700%?
Dem Haushaltssicheungskonzept kann man entnehmen, dass der Magistrat ab 2028 mit einer Grundsteuer B in Höhe von mehr als 1700% plant.

Ja zur Konsolidierung. Nein zum Blindflug

Pressemeldung Freie Wähler Rödemark

Ja zur Konsolidierung, Nein zum Blindflug

Die FREIEN WÄHLER Rödermark (FWR) sehen im vorliegenden Haushaltsentwurf 2026 die ernste finanzielle Lage der Stadt bestätigt. Die anhaltenden Defizite, schwindende Rücklagen und der zunehmende Verlust finanzieller Handlungsspielräume machen deutlich, dass Rödermark vor grundlegenden Herausforderungen steht. Auch Bürgermeister Rotter hat jüngst von einer „noch nie dagewesenen Dramatik“ der kommunalen Haushaltslage gesprochen. Gleichzeitig betonen die FREIEN WÄHLER ihre Bereitschaft, konstruktiv an einer tragfähigen Lösung mitzuwirken. „Wir werden uns einer notwendigen Haushaltskonsolidierung nicht verweigern. Wer Verantwortung für unsere Stadt übernimmt, muss bereit sein, schwierige Entscheidungen zu treffen. Voraussetzung dafür ist jedoch ein ehrlicher, nachvollziehbarer und langfristig tragfähiger Kurs“, so der Fraktionsvorsitzende Björn Beicken.

Letztendlich muss das Stadtparlament noch im Juni die Grundsteuererhöhung beschließen, um diese rückwirkend für das Gesamtjahr 2026 wirksam werden zu lassen. Nur mit dieser Maßnahme sei, so die Finanzverwaltung, überhaupt ein genehmigungsfähiger Haushalt zu gestalten und dann in der gleichen Parlamentssitzung zu verabschieden.

Die Stadtverwaltung hat zuletzt selbst die außergewöhnliche Dramatik der kommunalen Finanzlage hervorgehoben und neben der geplanten Erhöhung der Grundsteuer umfangreiche Einsparungen innerhalb der Verwaltung angekündigt. Die FWR erkennen diese Konsolidierungsbemühungen ausdrücklich als notwendigen ersten Schritt an. Allerdings bildet dieser Haushaltsentwurf ebenso wie das überarbeitete Investitionsprogramm aus Sicht der FREIEN WÄHLER vor allem eine Summe von Einzelmaßnahmen ab. Weiterhin fehlt ein schlüssiges Gesamtkonzept, das die strukturellen Ursachen der finanziellen Schieflage wirksam angeht und einen nachvollziehbaren Weg aus der Krise aufzeigt.

„Den Verbindlichkeiten und Verpflichtungen kann sich die Stadt nicht entziehen, auch die finanzielle Ausstattung durch Land und Bund ist völlig unzureichend. Dennoch wurden aus politischen Gründen viele Möglichkeiten zur Verbesserung der Einnahmenseite in den letzten Jahren liegen gelassen. Wenn man die rasante Entwicklung des neuen Standorts des Unternehmens Schmoll betrachtet, will man sich gar nicht ausdenken, wo wir bereits mit „Germania Nord“ stehen könnten, wenn die Erschließung dieses Gewerbegebiets nach Beschlussfassung 2021 umgehend umgesetzt worden wäre“, ärgert sich Stefan Schefter, Vorsitzender der FWR.

Bürgermeister Rotter hat in den vergangenen Sitzungen den Eindruck vermittelt, die Stadtverordnetenversammlung habe den Magistrat mit einer Vielzahl von Investitionen überschüttet, welche nun größtenteils rückabgewickelt werden müssten. Dass er aber selbst aktiv Werbung vor allem für die förderungsfähigen Investitionen betrieben hat und die Beschlüsse allesamt auf Vorlagen des Magistrats beruhen, bleibt unerwähnt. „Vertrauen beruht auf Gegenseitigkeit. Man kann nicht erst die Stadtverordneten in die Pflicht nehmen, Förderungen abzugreifen, um sie dann genau dafür verantwortlich zu machen. Hier fehlt mir die Bereitschaft zu einer kritischen Selbstreflexion“, so Beicken.

Um die Belastung für die Bürgerinnen und Bürger abzufedern, sprechen sich die FWR für die Einführung einer Grundsteuer C aus. Baureife, aber unbebaute Grundstücke sollen stärker in die Verantwortung genommen werden. Dies schafft zusätzliche Einnahmen für die Stadt und setzt gleichzeitig Anreize zur Wohnraumentwicklung, ohne die breite Mehrheit der Grundstückseigentümer zusätzlich zu belasten.

Zudem fordern die FREIEN WÄHLER einen belastbaren Alternativplan, der aufzeigt, wie die Stadt spätestens ab 2028 ohne weitere Erhöhungen der Grundsteuer B auskommen kann. „Die Grundsteuer darf nicht dauerhaft zum automatischen Reparaturinstrument werden. Die jetzt vorgeschlagenen Maßnahmen können allenfalls der Einstieg in eine Konsolidierung sein. Die Stadt muss Wege aufzeigen, wie sie ihre Einnahmebasis auf Dauer verbreitern und ihre Ausgaben langfristig stabilisieren kann“, fordert Stefan Schefter.

Ein wesentlicher Schlüssel zur Verbesserung der Einnahmesituation liegt laut den FWR in der Stärkung des Wirtschaftsstandortes Rödermark. Die FREIEN WÄHLER fordern daher die konsequente und beschleunigte Erschließung neuer Gewerbeflächen, insbesondere des Projekts „Germania Nord“. Jahrelange Verzögerungen haben aus Sicht der FWR wertvolle Chancen gekostet. Neue Gewerbeansiedlungen schaffen Arbeitsplätze, stärken die Gewerbesteuereinnahmen und reduzieren langfristig die Abhängigkeit von Steuererhöhungen bei den Bürgerinnen und Bürgern.

Sollten Anpassungen der Grundsteuer B letztlich unvermeidbar sein, müssen diese transparent und planbar erfolgen. Die FREIEN WÄHLER schlagen deshalb eine nachvollziehbare Staffelung vor, die den Bürgerinnen und Bürgern frühzeitig Planungssicherheit gibt und plötzliche Belastungssprünge vermeidet. Gleichzeitig muss aber auch ein klarer Endpunkt der Erhöhung festgehalten werden, um aus einer kurz- fristigen keine dauerhafte Lösung zu machen. „Unser Ziel bleibt aber weiterhin: Keine Steuererhöhungen!“, betont Björn Beicken.

Die Leistungsfähigkeit der Verwaltung muss langfristig gesichert werden. Die FREIEN WÄHLER setzen dabei auf eine moderne Personalpolitik, die dem demografischen Wandel Rechnung trägt und gleichzeitig die Chancen der Digitalisierung konsequent nutzt. Die von der Verwaltung angekündigte stärkere Nutzung natürlicher Fluktuation und organisatorischer Flexibilität kann dabei ein Baustein sein. Digitale Prozesse können Verwaltungsabläufe beschleunigen, Bürgerdienste verbessern und mittelfristig Kosten reduzieren. Neue Stellen dürfen nicht isoliert betrachtet werden, sondern müssen Teil einer strategischen Organisationsentwicklung sein.

Schlussendlich teilen die FREIEN WÄHLER die Auffassung, dass die Kommunen insgesamt besser ausgestattet werden müssen. Die Stadt hat zu Recht darauf hingewiesen, dass Bund und Länder den Kommunen immer neue Aufgaben übertragen, ohne für eine ausreichende Finanzierung zu sorgen. Diese strukturelle Unterfinanzierung darf nicht dauerhaft auf dem Rücken der örtlichen Steuerzahler ausgetragen werden. Die FWR unterstützen deshalb ausdrücklich die Forderung nach einer deutlich besseren Finanzausstattung der Kommunen und unterstützen alle politischen und rechtlichen Möglichkeiten, um die Interessen Rödermarks gegenüber Bund und Land zu vertreten.

Die FREIEN WÄHLER Rödermark werden den weiteren Beratungsprozess sachlich und konstruktiv begleiten. Ziel bleibt ein Haushalt, der finanzielle Stabilität schafft, Investitionen ermöglicht und die Belastungen für Bürgerinnen und Bürger auf das notwendige Maß begrenzt. Dazu gehört jedoch mehr als die Bewältigung des aktuellen Haushaltsjahres: Rödermark braucht endlich ein verbindliches und langfristiges Konzept, das den Weg zurück zu dauerhaft ausgeglichenen Finanzen aufzeigt.

Björn Beicken, Pressesprecher FW