Die Antwort der Stadt zu „illegaler Müllablagerung“ ist da. Nachtrag mit einer Entschuldigung.

Gastbeitrag
Gastbeitrag

Gastbeitrag Umweltfreunde Rödermark.
Michael Ihm


Die Antwort der Stadt zu „illegaler Müllablagerung“ ist da.
Was werden die Fraktionen für Schlüsse aus der Antwort ziehen?
Wir können uns gut vorstellen, dass es wie so oft
bei einer Anfrage bleibt.
Scheint ja alles gut zu sein.

Die gestellten Fragen wurden unseres Erachtens vollumfänglich beantwortet. Zur Frage drei habe wir allerdings gehofft, dass die Frage, ohne das man explizit nachgefragt hat, den Angelieferten bzw. zur Abholung bereitgestellten Müll aufgeführt hätte.
Den Antworten könnte man entnehmen, dass seitens der Stadt KEIN Handlungsbedarf besteht.

Unter Punkt fünf aufgeführten Maßnahmen
Man könnte annehmen, dass der Ordnungsdienst und Mängelmelder der Stadt ausreicht, der illegalen Müllablagerungen Herr zu werden. Diese Annahme dürfte oberflächlich gesehen auch richtig sein, wenn da nicht die drei Tonnen Müll (Stand 2.6.2021) wären, die die Umweltfreunde in 2021 eingesammelt und der Stadt zur Abholung bereitgestellt hätten.

Vor dem Beseitigen kommt das Verursachen der Müllablagerungen. Müll, der illegal in der Landschaft entsorgt wird, gilt es zu vermeiden. Und daran muss konzeptionell gearbeitet werden.
Auf gemeldete Müllablagerungen wird reagiert. An der Vermeidung (agieren) fehlt es noch.

Solange man z.B. in Waldacker einen wohl illegalen Autofriedhof duldet, fragt sich der Bürger, warum soll ich meinen Sperrmüll nicht auch so entsorgen.

Unter drei ist die von der Stadt eingesammelte Müllmenge
in cbm oder Säcke angegeben. Die Umweltfreunde geben die Müllmenge in -Säcke- und/oder kg. an. Sind in der Aufstellung unter -drei- die -Säcke (roten Müllsäcke) der Umweltfreunde enthalten? Wenn ja, dann hätten die Umweltfreunde ca. 50% zur Müllbeseitigung beigetragen.
In den ersten fünf Monaten 2021 wurden von dem Umweltfreunden 112 Säcke Müll (Quelle Facebook) eingesammelt. In 2020 wurden in dem o.g. Zeitraum von der Stadt 235 Säcke eingesammelte -Säcke- angegeben.
Zu den 112 Säcken der Umweltfreunde gesellt sich noch eine nicht zu vernachlässigbare Menge an Metall, Holz, Reifen, Elektroartikel, Glas…… die NICHT in Säcken verpackt zur Abholung bereitgestellt wurde und evtl. in der Tabelle unter drei in den entsprechenden Spalten eingeordnet wurde.
Zugegeben. Ein wenig unscharf ist diese Rechnung. Aber die Rechnung dürfte die grobe Richtung zeigen.

Zu beachten.
In den 112 -roten Müllsäcken- wurde der gefundene Müll während des permaneten Gemarkungsputzes verpackt. Hinzuzurechnen ist der nicht verpackte Unrat. Diese 112 roten Müllsäcke enthielten 1.365kg Müll. Eingesammelt wurden aber bis zum 2.6.2021 3.018 kg.
Die Differenz von 1.653kg ergibt sich aus den nicht in Säcken verpackter Müll, selbst entsorgte Glasflaschen sowie den vielen Sammelaktionen einzelner Umweltfreunde zwischen den planmäßigen Sammelaktionen.

Schlusswort.
Es soll hier nicht darum gehen, die ehrenamtliche Tätigkeit der Müllsammler besonders hervorzuheben. Es gibt in den Vereinen von Rödermark Ehrenamtler, die wesentlich mehr leisten als die Umweltfreunde.


Michael Ihm.

Ich muss mich für den letzten Absatz (durchgestrichen) entschuldigen. Der Absatz ist dummerweise so formuliert, dass er für die Helfer bei den Sammelaktionen verletzend ist.
Ich habe den Absatz geschrieben und nur meine eigene Brille aufgehabt. Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass ich MEINEN Einsatz für die ehrenamtlich Tätigkeit in der Gruppe nicht mit der Vorstandsarbeit in einem Verein vergleichen möchte.

Was ich dabei außer Acht gelassen habe, sind diejenigen, die die Umweltfreunde erst ausmachen. Die vielen ehrenamtlichen Bürger, die bei ihren monatlichen Sammelaktionen einer sehr unappetitlichen Tätigkeit nachkommen. Es wird Müll gesammelt; häufig auch schlimmer Müll.

Die „Umweltfreunde Rödermark“ sammeln Müll ein. Müll sammeln, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Vereinsmitglieder können Angebote des Vereins in Anspruch nehmen. Die Umweltfreunde können damit nicht dienen. Der Aufwand für die regelmäßige Teilnahme an den Sammelaktionen beläuft sich auf jährlich ca.40 Arbeitsstunden. Hinzu kommt die Zeit, die einige der Umweltfreude darüber hinaus investieren. Eine nicht gerade unerhebliche Menge an Unrat wird zwischen den Sammelaktionen eingesammelt.

Da „Umweltfreunde Rödermark“ kein Verein ist und dementsprechend auch keinerlei Einnahmen zu verzeichnen sind, werden anfallenden Kosten (z-B. Müllgreifer, Transportwagen für den eingesammelten Müll, Aufkleber, Flyer …..) von den Umweltfreunden aus eigener Tasche beglichen.

Es kommt häufig vor, dass Umweltfreunde bei ihren Sammelaktionen von Mitbürgern gelobt werden. Manchmal werden sie auch belächelt. “Ich bücke mich doch nicht, um den Müll anderer aufzuheben

Den Vorwurf, die vielen Bürger, die sich an der Sammelaktion beteiligen nicht zu erwähnen, ist berechtigt. So etwas darf nicht passieren.

Sorry.
Michael Ihm



Siehe auch
AL/Die Grünen wollen mehr zu „illegaler Müllentsorgung“ wissen.
Hier die Anfrage

Und hier die Antwort.