Ein Artikel zu einem Facebook-Video

Artikel von Karsten Gerlach

Hallo Michael König,
ich muss noch etwas zu Deinem Film bei FB und dem berechtigten Wunsch nach einer Senkung der Grundsteuer ergänzen.

Warum hier?
Den folgenden Kommentar habe ich auf Facebook veröffentlicht. Da man nicht davon ausgehen kann, dass jeder bei Facebook angemeldet ist, und es sich hier um ein sehr aktuelles Thema handelt, habe ich den Admin gebeten, meinen Kommentar als Artikel zu veröffentlichen.

Ein sehr großer Teil der Stadtverordneten engagiert sich überdurchschnittlich für die Bürger Rödermarks, hat aber bislang nur geringfügig die Möglichkeit, diesem Wahn ein Ende zu bereiten. Gebetsmühlenartig prangern Sie die katastrophale Lage an, stellen Anträge zum tatsächlichen Wohle der Bürger.
 
Die gefühlte Überforderung der beiden hauptamtlichen Magistratsmitglieder, gestützt von der „Wir sind die Macht“-CDU, gibt noch immer den Ton an.

Leider haben die ausgebooteten Ideologen (AL/Die Grünen) sich noch nicht in ihrer neuen Rolle gefestigt, kommt aber hoffentlich bald.
Im Bereich der Kommunikation mit den Bürgern sind Sie bisher jedoch führend, wenn auch nicht immer Glücklich. Entwickeln sich aber wieder zu Machern.

Hoffnung macht auch, ein gut ausgebildeter und qualifizierter Dezernatsleiter baut im Bereich Verkehr und Sicherheit, strukturiert etwas auf. Bleibt zu hoffen, dass man ihn in Ruhe arbeiten lässt. Schön, wenn er jetzt noch mit BiVer in den regelmäßigen Dialog tritt. Ja, diese zwei Veränderungen machen mir wirklich Hoffnung.

Ein erneuter Versuch der FDP, die Versammlung durch Übertragung endlich auch für Bürger, die verhindert sind oder nicht teilnehmen können, zu öffnen, wird von der CDU mit völlig verkrusteten Begründungen abgelehnt.

Nicht bereit für die Zukunft, keine Bereitschaft für Öffentlichkeit und Festhalten an alten Zöpfen. Klarheit, Offenheit und Konfliktfähigkeit sind offenbar zu hohe Erwartungen.

Zurückhaltung der Bürger und leider geringe Beteiligung bei den öffentlichen Sitzungen werden völlig falsch gedeutet und hüllen Sie in eine Sicherheit des verwerflichen Handelns.

Digitalisierung ist nun mal die Zukunft. Dazu gehören auch Streaming, Facebook und WhatsApp. Die bisher gezeigte mangelnde Kommunikation der Stadt ist daher nicht akzeptabel.
 
Die Bürger haben genug, von übermäßigen, dreisten Griffen in die Tasche, dem unnötigen Aufhübschen von Begegnungsstätten. Besonders unter der Tatsache der völligen Pleite und Gefahr für Einschnitte in Soziales, Kultur und Bildung.
 
Nichtsdestotrotz. Ich kann nur dringend empfehlen, Flagge zu zeigen (trotz beruflichen Stresses und Frust) und zu öffentlichen Sitzungen zu kommen.

Rückblickend:
Rödermark wurde bis 2019 von vielen gut qualifizierten und ausgebildeten Bürgermeistern erfolgreich geleitet.
Nicht alles gut, aber man hatte in großen Teilen vertrauen können. Rödermark verdient baldige Veränderung. Konzentration auf Bürger, soziale und kulturelle Errungenschaften in der bekannten demokratischen Landschaft.

Ein Kommentar wird zum Artikel. Neue Aufgaben für Frau Schülner?

Kommentar von Regina Getlach.

Zur Sitzung der Stadt vom 27.8.26, zuerst nochmal – DANKE – von mir an alle Mitstreiter der BI Faire Grundsteuer und alle Rödermärker, die im August 25 an der Bürgerversammlung Finanzen teilgenommen haben.

Gestern Abend, in der Sitzung zum Haushalt, Finanzen, Wirtschaftsförderung, wurde unter anderem vom Beratungstermin Wiesbaden (25.6.26) sowie Haushalt 2026 und Haushaltspfad 2033 berichtet.

Es hat mich positiv überrascht, dass die Beratung Wiesbaden einige Punkte moniert haben, die im umfangreichen Fragenkatalog der BI Faire Grundsteuer im August 25 enthalten waren.
– zu hoher Kulturetat
– die hohe Anzahl der Spielplätze
– Zwei Rathäuser
– Buchhaltung/Controlling

Herr Breustedt hat zum Abschluss den Haushalt 2026 vorgestellt, der mit der Grundsteuererhöhung auf 1327 Prozent, Verschiebung der Investitionen von 26 auf 27 und einer Kreditaufnahme von 8 Mio. seitens der Aufsichtsbehörde für genehmigungsfähig erklärt wurde, Genehmigung sollte folgen.

Zuletzt wurde der Haushaltspfad bis 2033 vorgestellt, in dem zu sehen war, wie die Stadt Rödermark bis 2033 wieder schwarze Zahlen schreiben wird.

Auf Nachfrage eines Stadtverordneten (Danke nochmal 👏) wie man auf die ausgewiesenen schwarzen Zahlen kommt, wurde von Herrn Breustedt mitgeteilt, dass hier 2 weitere Grundsteuererhöhungen enthalten sind. In 2028 eine Grundsteuererhöhung auf 1700 Prozent und eine weitere 2029/30 (?).

Meine persönlichen weiteren Fragen dazu wären: Was ist bei weiteren Gewerbesteuer Einbrüchen?
Bei Änderungen der Sozialkosten ?
Bei sinkenden Erträgen aus Kindergärten (laut Statistik in Hessen und D ein drastischer Geburtenrückgang seit 2025) ?
Bei Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst?
Etc.

In der Sitzung am Mittwoch wurde erwähnt, dass man vorerst nicht die nicht die leerstehenden Gebäude und das verlassene Kita Gelände Im Taubhaus veräußern möchte.

Ich kann mich nur fragen: Private Personen müssen alles veräußern, ihre Finanzen in Ordnung bringen, warum nicht eine Gemeinde? Ich bin gespannt, welche Haushaltsdiskussionen in 2027 folgen.

Bevor die Vorstellung des Haushaltes begann, habe ich im Geräuschpegel gehört/verstanden, dass Frau Schülner einen neuen Aufgabenbereich übernehmen wird – eine Information hierzu soll folgen.

Des Weiteren stimme ich Herrn Rotter beim Punkt Ton-/Bildübertragung zu: Es wäre von großem Vorteil, die Wort Hoheit zu behalten, indem man die Sitzungen und Stadtverordnetenversammlungen per Livestream überträgt. Danke schon mal vorab für Ihren Einsatz und Ihre Mühe. Die FDP hatte hier als Beispiel Dieburg eingebracht. Wäre sehr positiv.

Anmerkung vom Admin
Links wurden vom Admin eingefügt.
Zwei Grundsteuererhöhungen. Ich denke, Herr Breustedt meinte die in 2026 und eine weitere Erhöhung in 2028.

Budgetrecht ist „Königsrecht des Parlaments“


Quelle: HESSISCHER RECHNUNGSHOF

In früheren Haushaltsplänen der Stadt Rödermark wurde das Prinzip ausdrücklich beschrieben:
Den Budgetbereichen wird zusätzlich zu ihrer Fachverantwortung die Verantwortung über die Ressourcen Geld und Sachmittel zur flexiblen Bewirtschaftung im Rahmen der gesetzlichen Regelungen übertragen. Voraussetzung hierfür ist die bewusste Delegation von finanzieller und fachlicher Verantwortung.
Quelle

In diesem Zusammenhang verstehe ich Delegation so:
Eine übergeordnete Stelle überträgt Entscheidungskompetenzen und Verantwortung auf eine nachgeordnete Stelle. Die übergeordnete Stelle ist die Stadtverordnetenversammlung.

Also, Stadtverordnete: Gebt der Verwaltung aus Eurer Sicht
ein auskömmliches Budget für jeden Fachbereich vor. Damit muss die Verwaltung klarkommen. Sollte im Jahresverlauf dennoch mehr Geld benötigt werden, muss die Verwaltung den Mehrbetrag beantragen.

So mein Gedanke.
Aber nach dem neuen Haushaltsplanentwurf bin ich nicht mehr sicher, ob die Stadtverordneten das so handhaben können. Ich kann mich allerdings auch nicht daran erinnern, dass die Stadtverordneten in der Vergangenheit für die Fachbereiche ein Budget festgelegt haben.


Im Haushaltsplanentwurf 2026, eingebracht im Dezember 2025:
Dort war die alte Budgetierungslogik mit der „bewussten Delegation“ noch enthalten. [..] Voraussetzung hierfür ist die bewusste Delegation von finanzieller und fachlicher Verantwortung[..] Quelle

Warum fehlt diese Passage im Haushaltsplanentwurf,
der im Augusgt/September zur Beratung ansteht?
Was ist zwischen diesen beiden Fassungen passiert?
Wird das in allen weiteren Haushalten der Konsolidierungsphase zu finden sein?
Was bleibt vom „Königsrecht des Parlaments“?
Können sich die Stadtverordneten weiterhin ausdrücklich als „Haushaltsgeber“ bezeichnen?

Jetzt kommt aber mein ABER.
Brauchen wir die ganze Diskussion über das „Königsrecht des Parlaments“ in Rödermark überhaupt?
Ist man überhaupt in der Lage, dieses „Königsrecht“ auch auszuüben?
Ein Stadtverordneter (noch im Stadtparlament) hat einmal geäußert, dass die Stadtvetrordneten Ehrenamtler sind und kein Finanzexperten, und sich demnach auf die Verwaltung verlassen müssen. Also vergessen wir: Budgetrecht ist Königsrecht des Parlament 🙁
 
Ein Stadtverordneter, der noch im Stadtparlament sitzt, hat einmal geäußert, dass die Stadtverordneten Ehrenamtler und keine Finanzexperten seien und sich deshalb auf die Verwaltung verlassen müssten.
Siehe: Reduzierung ausf Anwesenheit